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Friedrich der Große und Joseph II. in Neiße-Neustadt

Full text: Friedrich der Große und Joseph II. in Neiße-Neustadt

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�sterreichischer Gruppen in polen vor; allenfalls wollte er sich auch mit Friedrichs Neutralit�tsversprechen begn�gen.
Allein die Kaiferin*K�nigin erkl�rte sich auch dieses 2Nal gegen oie �Continuation des Kriegs in polen," t�te sie es
nannte; wenigstens wollte fie, aus Furcht vor)3Ni�brauch, nicht die ersten Er�ffnungen dem K�nige machen. Voch
�u�erte sie, da� sie lieber seine aktive Beteiligung als seine Neutralit�t s�hc.^
Als zweiten weg, auf dem man gleichzeitig auch zu Erwerbungen gelangen k�nne, bezeichnete der Kanzler
ein Abkommen mit der f>fortc. Seiner Ansicht nach waren die T�rken ganz auf Gesterreich angewiesen und daher zu
Gegenleistungen f�r die Waffenhilfe, die man ihnen brachte, gen�tigt. Diese sollten in der Uebcrnahme der Aosten
und in der Gew�hrung von �wesentlichen vorteilen", d. h. Abtretungen bestehen, w�rde man au�erdem A�nig
Friedrich zu einem Neutra lita tsversprech en bewegen k�nnen, dann trug man, wie Aaumtz verhie�, die Erwerbungen
davon nicht nur �ganz sicher und ohne alle Gefahr", sondern auch �ohne solche mit dem A�nig zu teilen".^
Nach langen Verhandlungen und trotz des anf�nglichen �r�ubens Maria-Theresias gegen t�rkische Subsidien'
kam man endlich zu dein Beschl�sse, die Russen anzugreifen, sobald sie die Donau �berschritten, zu diesem Zweck ein
Heer von 60000 2Nann in Ungarn aufzustellen, den A�nig nochmals zu gemeinsamem vorgehen gegen Ru�land
o�er, wenn er das nicht wolle, zu schriftlicher Neutralit�tserkl�rung aufzufordern und das V�ndnis mit der f)forte in
die Wege zu leitend Es ist wohl zu beachten, da� man schon zu Anfang Dezember 5??0 beschlossen hatte, gegen
�Entsch�digungen und T�ndcrabtretungen" den T�rken �kr�ftigsten Veistand" zu leistend Indem man jetzt die
entscheidenden Instruktionen an Thugut erlie�, verlegte man den Schwerpunkt der Verhandlungen nach Aonstantinopel,
und damit handelte es sich in Verlin um nicht mehr als um einen letzten versuch der Gcsterreicher, den K�nig f�r
die Unterst�tzung ihrer Alane gegen Ru�land zu gewinnen.
Sofort nach Empfang seiner Weisungen suchte van Swieten den Grafen Finckenstein auf.^ Elf Tage sp�ter,
am Februar, hatte er bei dem A�nige Audienz. Den Antrag eines engen Einverst�ndnisses mit Gesterreich gegen
Ru�land fa�te dieser als Allianzvorschlag auf und lehnte ihn rundweg ab. Auf die Forderung der Neutralit�tserkl�rung
wiederholte er abermals, da� er nicht verpflichtet sei, den Russen bei ihren Eroberungen zu helfen ; er sei bereit, das dem
Petersburger und ebenso dem wiener Hofe zu erkl�ren, sobald der Fall eintr�te. Also, fragte van Swieten, der A�nig
wolle sein wort geben? Aber Friedrich entgegnete, wie bei der ersten Audienz, ausweichend: �Der Fall existiert noch
nicht."' Damit war die endg�ltige Entscheidung gefallen, und die Vefterreicher z�gerten nunmehr nicht, die Allianz
mit der Pforte zum Abschlu� zu bringen. In der Nacht vom 6. zum 7.Juli wurde sie in Aonstantinopel unterzeichnet.
lassen wir die Entwickelung der letzten Jahre an uns vor�berziehen, so ergibt sich, da� es zun�chst rein
pers�nliche Momente waren, die nach langj�hriger Feindschaft zu einer Ann�herung beider f�hrten. Der junge
Kaiser w�nschte, die Bekanntschaft des Romas zu machen, und hielt, trotz des Scheiterns des ersten Versuchs im
Sommer 5766, an diesem Vegehren fest. Doch erst das Gewicht politischer R�cksichten mu�te in die Wagschale fallen,
damit man zu gegenseitiger Verst�ndigung gelangte. Aber auch dann betrat die �sterreichisch? Politik nur z�gernd
diesen Weg. wir erinnern uns, da� angesichts des drohenden Arieges zwischen Frankreich und England Aaunitz
zun�chst versuchte, mit dem Hofe von Saint James ein Abkommen zu treffen, das die Ruhe Deutschlands sicher
stellte. Auch an England dachte er zun�chst, als die Dinge in Aolen eine gef�hrliche Wendung nahmen und die
1 Entwurf do� Kauni^ f�r die geheime Instruktion pan 5wiete�5 Dom Januar (7"( und Randglosse Maria *Theresias 311 den
�Kurzen Anmerkungen" (vgl. Ve?r, Ceilimg Polens, Vd. ir� 5.23 und non Arncch VIII, 268). � a vgl. �Kurse Anmerkungen ic."(Veer, Teilung Polens, Vokumenteuband, S. 23 ff.). � 3 vgl. die Randglosse 311 den �Kurzen Anmerkungen" (ron Arncch VIII,269). �* Reskripte an Chugut und van Stmeten vom 26. nnd 2?. Januar \?7\ (von 2(rnctt� VIII, 268f. und )5eer, Teilung Polens, Vd. II,
5. 25. 3Of.). Auch diesem Mal plante man, durch die Pforte einen Druck auf Preu�en auszu�ben. Daher wurde (Efiugut, wie im
Januar J77O (vgl. 5. un), angewiesen, er solle die T�rken 311 dem Antrag an K�nig Friedrich bestimmen, sich mit �efterreief? gegen
Ru�land 311 verst�ndigen (vgl. Vcer, Heilung Polens, Vd.II,5. 32. 529). � � vgl. die von Joseph im Auftrage der Kaiserin aufgesetzte
�Resolution" bei von Arneth VIII, 582 Anm. .333.
� �
Bericht Finckenstein� vom 3. Februar \71\: p- 
    
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