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Friedrich der Große und Joseph II. in Neiße-Neustadt

Full text: Friedrich der Große und Joseph II. in Neiße-Neustadt

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begeben; doch dieser kam ihm bereits entgegen. Mitten auf dem pla? begr��ten sich die Herrscher und suchten dann
das Quartier Josephs auf. Nachdem sic eine gut,: Viertelstunde ohne Zeugen miteinander sich unterhalten hatten,
wurde sur Tafel gegangen, ur sinken Friedrichs nahm Kauuife j?latz, der, nach dein Zeugnis des K�nigs, 1 f�r
Auszeichnungen h�chst empf�nglich . sich mit Geschick stets so plazierte, da� �fter an ihn a?s an andere das wort
gerichtet werden ntufte, ,,wie gew�hnlich", so schreibt Herzog Gilbert Don Saufen^Cefc^en, der auch dieses Mal
zugegen war, �sprach der K�nig in fesselnder weise." Ebenso r�hmt der F�rst non Eigne den �magischen" 2Teiz feiner
Unterhaltung, wisse Friedrich doch, wie er bemerkt, selbst dem spr�desten Stoffe eine interessante Seite abzugewinnen;
niemals sage er ein triviales wort. Hur �ber gleichg�ltige
Dinge redete der K�nig bei Tisch mit dem Kanjler, �ber
k�nstlerische und literarische Fragen; jedoch anch auf die
pers�nlichen Liebhabereien von Kauni^, auf Cechnis und
mechanische "K�nfte, mit denen dieser sich in seinen Mu�e
stunden gern besch�ftigte, � wir h�rten schon von dein
CDfeninobell, bas er erfunden und dem K�nige gesandt, �
ging Friedrich ein, Erst nach aufgehobener Cafel kam es
zwischen ihnen 511 politischen Er�rterungen, die wir sp�ter
511 behandeln haben. Der "Kaifer lehnte ab, daran teil-
zunehmen, sprach nur von milit�rischen Angelegenheiten,
denen er seiner Versicherung nach sich ganz widmete, wie
er denn auch seinem (�afte scherzend sagte: �Alles �brige
�berlasse ich meiner �ltutter.
" Jedoch erkl�rte Joseph,
und ebenso der Kanzler, - - inehr als zwanzig ZTlale, wie
Friedrich bezeugt,- � Schlesien auf immer f�r vergessen.
Neber den Man�vern, die an den folgenden Tagen
stattfinden sollten, schwebte ein Unstern, wegen �beraus
schlechter Witterung mu�ten sie vorzeitig abgebrochen
werden, Sdion im 3aufe des 5. September setzte bas
Unwetter mit solcher Heftigkeit ein, da� Ctgne es mit den
fluten Noahs nnd Oeukalious vergleicht. O�llig durchn��t
kam man heim, und �der gro�e Friedrich, der", so erz�hlt
Herzog Albert, �seine Garderobe auf diese Ueberraschung
nicht eingerichtet hatte, erlitt das Mi�geschick, in feinen
Mantel eingeh�llt einige stunden am Feuer eines A�chen
K. "J(. (SFn�aEfp[&3fiigniei|�cr Eaitbdfi, Kupffrflitijvon Sflljet
Herdes verbringen zu m�ssen, wo sein einziger und seine Beinkleider trockneten." Der A�nig spottete selbst, wie Joseph
seiner Mutter best�tigt, �ber das �Ungl�ck", das er den Gesterreichern �berall bringet Tags darauf bemerkte er zu
�Ihre Soldaten werden gesagt haben, der Friede ist geschlossen, und da mu� uns dieser Tenfelskerl noch plagen."
was nun die Truppen selbst betraf, so hielt er mit seiner Anerkennung den Geste rreichern gegen�ber nicht
zur�ck: ungarische Grenadiere, die vor ihm defilierten, verglich er nnt den L�hnen und der Leibgarde des Mars;
sp�ter erkl�rte er, die Soldaten seien ihm wie sreu�en in �sterreichischer Uniform vorgekommen.^ Indessen seinem
Bruder, dem Prinzen l)eiurich, bekannte er vertraulich: habe auch die �sterreichische Infanterie viel gewonnen, so m�chte
1 PflI. p. d. 30, ,'. � il\jl.p. C 30, 1:7. -
' Eigne f�hrt w�rtlich diese Aoi,�ei>i!i<, des K�nigs an. Picfclbni ?Dorte
afbraitditc Joseph in 1 11'"1 nicht nu-br oorliegeit&eii fdn-i'ilicn, aus di.'N, �??atia �?hcrcfia indessen am 9. September !?7l> dein Feldmarschall
?acy ?RiHeilungen inacht [von Urnet?j VIII,,ri7f) 3Intn, .">i;, * Bericht des 
    
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