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Friedrich der Große und Joseph II. in Neiße-Neustadt

Full text: Friedrich der Große und Joseph II. in Neiße-Neustadt

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Die Vermittlung im T�rkenkrieg bahnte nach Ansicht des d�rften Aaunitz^ den weg zur Einmischung in
die polnischen Verh�ltnisse. 3m Januar an� imDezeniber (768 sprach er von der Garantie der polnischen Verfassung,
Me Vesterreich erlangen m�sse, um den Russen das Gleichgewicht 311 halten. Auch jetzt, 511 Anfang des Jahres \7?O,
fa�te er den plan, durch ein Zusammenwirken mit Preu�en die polnische Frage zu l�sen.^ Als der Kanzler auf
Kol)6s erste 31Ajteilungen sich bei ihm erkundigte, welchen X�cg K�nig Friedrich einzuschlagen ged�chte, lie� dieser
antworten: Die Ronf�dericrten sollten sich an den wiener Hof wenden, darauf sollte die �sterreichische Permittelung
den Russen vorgeschlagen werden; er selbst wolle �als gemeinsamer Freund und Nachbar poten? 7' an den Verhandlungen
teilnehmend Aaunitz sah mancherlei Schwierigkeiten voraus; er sprach, wie Aaiser Joseph in I'tei�e, von der Hot
wcndigkeit, eine Generalkonf�deration unter K�nig Stamslatis 511 bilden, er bef�rchtete ferner die Einmischung der
den Russen verha�ten Franzosen. Jedoch die Erkl�rung IXatharina� II.,
keine fremde Vermittelnng zulassen zu wollen/ machte alle weiteren Er-
�rterungen illusorisch.
Die Frage dieser doppelten Verniittelung, im C�rkenkrieg und in
den polnischen Wirren, bildete den Hauptgegenstand der Verhandlungen
w�hrend der zweiten Zusammenkunft der
Der Gegenbesuch Friedrichs wurde f�r Anfang September in
Nl�hrisch. Neustadt verabredet." Graf Dietrichstein, der Vbcrstallme ister des
Kaifers, �berbrachte im ?l?ai (770 die formelle Einladung Josephs. Als
der K�nig darauf durch feinen Gesandten um die Zustimmung der Kaifertn*
K�nigin 511 seinem besuche nachsuchte, lie� fie ihm antworten: Ihr Alter
und ihre Gebrechlichkeit verhindere sie, selbst nach llt�fjren in dag Cager
zu kommen, aber sie werde den F�rsten Ilaunitz, dessen Gegenwart Friedrich
ausdr�cklich w�nschte," als ihren Stellvertreter senden.^ Ferner bat sich der
K�nig aus, nach dem Beispiel, bas Kaifer Joseph in Nei�e ihm gegeben,
mit seinem Gefolge auf eigene Aosten in einem Gasthof IDohnnng zu nehmen
und inkognito zu reisen." 3chon bald nach feiner R�ckkehr aus Nei�e hatte
er scherzhaft zu dem �sterreichischen Gesandten gesagt: H�tte der Kaifer sich
begn�gt, �unter einem gr�flichen Citel sich ... zu verh�llen", w�rde es
f�r ihn �wohl genug" sein, als Baron zu erscheinen.^" Ja, er trieb seine
�Galanterie", wie F�rst Cignc sagt, dein wir interessante Aufzeichnungen �ber
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in �T?t�hrtidj.Neustadt am ,?,September (??O. Kupferstich
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diese neue Zusammenkunft verdanken, so weit, da� er mit seiner Begleitung wci�e Uniformen, die schmucklos, ohne Stern
und Abzeichen und nur mit �ilber besetzt waren, anlegte," um den Anblick der so oft im Ariege gesehenen blauen Farbe
den Vesterrcichern zu ersparen und den Eindruck zu erwecken, als geh�re er zu ihrer Armee und zu dem Gefolge des Kaisers.
Am 5. September mittags gegen Uhr langte der K�nig in 2N�hrisch Neustadt an.^ Auf dem 2Narkt
platz, am Anfang der Hch�nwalder Gasse, verlie� er den wagen, uni sich Zu Fu� nach des Kaisers IVohnung zu
1 Di}\.Beer, Teilung Polens, Ho?nmenienbanb, S. 26^. � � vgl. Beer, ?eilnng Polens, "Bb. l, 308f.
�
3 Bericht ��ohtts nom
20, im!? Aiiiivort des HSnigs com 28, Januar i77o: p. C 29, 3(5f. � * Bericht Rot^ds �otii (o, Februar *?"o: p. iebcrl}o[t im �M�moire sur le roi de Prusse
Fr�d�ric le Grand p[ar] Msgr. le l'[rince] de L[�gnc]", Berlin1789). Endlich ist die Darstellung des K�nigs in den ?uvres (Bb, VI,39 ff.)zu nennen.
15*
        
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