Path:
Friedrich der Große und Joseph II. in Neiße-Neustadt

Full text: Friedrich der Große und Joseph II. in Neiße-Neustadt

94
I
fin unendliches Frieden sbed�rfnis erf�llte nach dein letzten siebenj�hrigen Ringen beide M�chte, flatte
"K�nig Friedrich in ban �Vorwort" zu den �Denkw�rdigkeiten Dorn Hubertusburger Frieden bis zum Ende der
Teilung Polens" den Zustand seines kandcs mit dein eines wundenbedeckten, durch schweren Blutverlust bis zum
Code ersch�pften Mannes verglichen, der zu seiner Wiederherstellung dringend der Ruhe und St�rkung bedarf, 1 so traf
dag in gleichem Umfange auf die �sterreichische Monarchie zu. Als leitenden Grundsatz seiner Politik stellte daher
F�rst Kaunitz die Absicht hin, den allgemeinen Frieden aufrechtzuerhalten, jede Gelegenheit Zur Erneuerung des
Krieges sorgf�ltig zu vermeiden, daher mit keiner Macht in Verbindungen offensiver Natur zu treten sondern bas
Augenmerk stets auf Selbsterhaltung und Verteidigung 311 richten. Solange Frankreich ein gleiches beobachtete, sollte
bas Versailler V�ndnis von (756 die Grundlage des �sterreichischen Systems Iniben,
Zwei gro�e Fragen waren es, die damals die politische Welt besch�ftigten. Die erste betraf die Neubesetzung
des polnischen K�nigsthrons, der mit dem Code K�nig Augusts III. am 5. Vktober erledigt wurde. Der
Gegensatz der 2N�chte trat sofort hervor; denn w�hrend die Kaiserin Katharina II. die Wahl eines piasten w�nschte
und f�r diese die Unterst�tzung Preu�ens erhielt, beg�nstigten Gcsterreich und Frankreich die Kandidatur des von
Ru�land ausdr�cklich ausgeschlossenen Aurf�rsten von Sachsen, Friedrich-Christian. Aber die drohende Gefahr eines
allgemeinen Krieges schwand noch vor Ablauf des Jahres mit dem arn Dezember erfolgten Tode dieses
m�chtigsten Bewerbers, und Kaunitz begn�gte sich, von dein K�nige von Preu�en allein die Zusage zu fordern, da�
er keine Truppen in Polen einmarschieren lie�e, solange nicht andere M�chte mit dem Beispiel vorangingen.^ So kam
am 7. September die Wahl des russischen Kandidaten Stanislaus poniatowski zum K�nig von Polen zustande.
Die andere gro�e Frage betraf den Westen Europas. Da die Differenzen zwischen England und den bourbonischen
M�chten in dem Frieden von Fontainebleau nicht endg�ltig geschlichtet waren, lag in ihnen der Keim zu neuem
Zwiste. Und so ging denn unabl�ssig weiter das Gespenst des Krieges drohend um. Mit ernster Sorge verfolgte
Kaunitz diese Entwicklung der Vingc, bef�rchtete er doch, da� der neue Krieg, gleich den: letzten englisch-franz�sischen,
wieder zu einem allgemeinen europ�ischen f�hren k�nnte, wofern die Franzofen Hannover angriffen und wie
Abmachungen zwischen Preu�en und England zum Schutz des Aurf�rstentums bestanden. Aus diesem Gesichtspunkte
heraus begr��te er mit Freuden die steigende Gereiztheit der Beziehungen zwischen K�nig Friedrich und Georg III.
und stand nicht an, diese Entfremdung �eine der gl�cklichsten Staalsbegebenheiten" zu nennen." Er ahnte nicht, wie
tief in Wirklichkeit der Ri� ging, der beide M�chte voneinander trennte, seit England mit einseitigen: Friedensschl�sse
Preu�en im Stich gelassen hatte; ja, er betrachtete vielmehr England geradezu als den �nat�rlichen Verb�ndeten"
Preu�ens und rechnete in der Folge mit geheimen Abmachungen zwischen Verlin und London, bis in Nei�e Friedrich
selbst den Kaiser �ber diese Frage beruhigte. Erst so wird verst�ndlich, warum England in den Kalk�ls, die Kaunitz
anstellt, diese gro�e Rolle spielt und immer wieder als gewichtiger Faktor in seinen Berechnungen auftaucht.
Er selbst begn�gte sich zun�chst, mit den Engl�ndern ein freundliches Einvernehmen herzustellen, und lehnte
ihre weitergehenden Dorschl�ge, die sie im Dezember und zu Anfang f�r die Erneuerung der alten Allianz
ihm machten, kurz ab.'' Erst als in, Jahre 5?t�t, die Differenzen in Westeuropa sich so scharf zuspitzten, da� der
Ausbruch des neuen Krieges unmittelbar bevorzustehen schien, �nderte Kaunitz seine Haltung. Abermals waren es
die Engl�nder, welche die Initiative ergriffen und ihm andeuteten, da� sie die Anbahnung eines engeren Einverst�ndnisses
w�nschten, mit dem Antrag: wenn Vesterreich nicht einem Bunde Englands mit Preu�en und Ru�land beitreten wolle,
so m�ge es wenigstens bei Ausbruch eines englisch Krieges den Frieden mit Preu�en aufrecht erhalten.'
1 vgl.n?ivres c!� Fr�d�ric le Grand (herausg. voll3-P.?. preu�, verlill
    
Top of page

Note to user

Dear user,

In response to current developments in the web technology used by the Goobi viewer, the software no longer supports your browser.

Please use one of the following browsers to display this page correctly.

Thank you.