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Friedrich der Große und Joseph II. in Neiße-Neustadt

Full text: Friedrich der Große und Joseph II. in Neiße-Neustadt

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nicht den Schelm verr�t." 2ter/ultd} und melleidit noch sch�rfer beurteilte der �sterreichische General Graf d'^lyassasa
den Prinzen Heinrich, den er einen �^Nacchiavellisten ersten (Arabes" nennt. Herzog Albert fand das ?ob, das man
allgemein den Talenten und Aennlnissen Heinrichs zollte, berechtigt, ja er stellte ihn sogar seiner rednerischen Begabung
nach �ber den K�nig selber; denn spreche er auch bisweilen zu schwerf�llig und langsam, so doch auch pr�ziser und mitunter
mit kaustischem Witz, der die Unterhaltung belebe. Die Zuneigung, die Heinrich offen feinem Neffen, dem Prinzen
von Preu�en, entgegenbrachte, fand allgemeine Veachtung. Dieser letztere fiel durch seine gro�e und sch�ne Erscheinung auf.
Aus der Feder Arickeudes, des Feldpredigers im
A�rassierregiment Seydlitz, besitzen wir eine anschauliche
Schilderung der Vesterreicher, und zwar der beiden Feldherren
bis Siebenj�hrigen Krieges, ?au6on und ?acy, und &es Katfers
selbst. �Tandon mit seinem unter langen, weitvorstehen den
Augenbrauen versteckten blauen Auge scheint ein Tiefsinniger
zu sein, den C�sar wie den Brutus gef�rchtet haben w�rde,
Sfacy ist freundlicher, sch�ner, muntrer, aber auch vielleicht
kein tiefer Denker, oder er denkt mit Leichtigkeit. Der Kaiser",
so f�hrt er fort, �ist klein, schm�chtig, beinahe ein Kahlkopf,
bis an den Ittun� sch�u gebildet, mit einem blauen Auge �ber
einer wohlgew�lbten Nase, aus dem, wie aus seiner ganzen
Z�Tiene 11116 �u�eren, getragen ein gewisses z�rtliche, sch�chternes
Wesen vorstrahlt, eine Neigung des Herzens, sich Jedermann
zum Freunde zu machen." Schlie�lich beschreibt er, wie sich
der Kaiser in Nei�e gab: �Er hat unaufgeh�rlich gefprochen,
und das mit viel verst�nde, ganz ungezwungen und so launig,
da� der "K�nig �fters sticken wollen, war er zu Pferde, so
lehnte er sich auf des K�nigs pfer6 und schwatzte, schwatzte
er bei Tafel, so drehte er feinen Stuhl gegen den K�nig und
lehnte sich �ber dessen Knie. Immer so vertraulich, so z�rtlich,
da� ich denke, er sei der ?t?ann nicht, den man f�rchten d�rfe."
In seltsamem Kontraft zu der Lebhaftigkeit und Un^^ungeu
heit des Kaifers stand die fast �ngstliche Zur�ckhaltung, welche
Friedrichs gesamte Umgebung sich auferlegte. �Die unterw�rfige
2Tttene", die, priitj Heinrich und der Thronfolger vor den,
K�nig zeigten, erregte Josephs Verwunderung; uicht minder
ihr �respektvolles Schweigen" w�hrend der 21Ial?l5eiteiu So
gab auch Seydlltz feinem Nachbarn, dein Herzog Albert, nur
K. 'X.-. �fters
auch, wenn er sich zu vergesse,, geschienen, auch 5irc" anredete. Seinen, Wunsche gem�� wohnte der Aaiser in dem
Gasthof �Zu den drei Aroncn", in welchem zwei Unteroffiziere die einzige wache bildeten. Ebenso halte er seine
eigenen Pferde mitgebracht.
wie wir schon bei den. Empfange gesehen, �berboten sich Friedrich und Joseph an Zuvorkommenheit. Vas
dauerte fort. So erz�hlt Arickeude, da� sie �ordentlich verlogen waren, um einander in der Vczeigung ihrer Achtung
        
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