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Das Marmorpalais im Neuen Garten zu Potsdam

Full text: Das Marmorpalais im Neuen Garten zu Potsdam

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die hohe Frau zusammen mit der Prinzessin, um die Versammlung zu begr�ben und die der Prinzessin zu Ehren
perfertigte sinnreiche Vlumendekoration 511 besichtigen.
Dieser Zug der Prinzessin Wilhelm, alles Frohe, wag sie erlebte, auch ihre weiteste Umgebung mitf�hlen zu
lassen, �u�erte sich mehrfach durch die Teilnahme, die sie dem Wohlergehen der Arbeiter und Arbeiterinnen im Neuen
Garten widmete, sei es, um nur einige Beispiele zu nennen, da� sie den Frauen mit eigener Hand zu einen, selbst-
bereiteten guten Fr�hst�ck verhalf, oder da� sie daf�r sorgte, da� f�r sie Kissen angefertigt wurden, damit sie sich
beim langen Knieen auf nassem Voden nicht erk�lteten. Als der Hof im einmal wieder f�r mehrere
das NIarmorpalais bewohnte, und dadurch im Garten besonders viel zu tun war, machte die Kaiserin die
Wahrnehmung, da� einige Arbeitsfrauen f�r die nur mit durch die gl�hende Hitze vertrocknetem Vulter
brot versehen waren. Daraufhin ordnete die Kaiserin an, da�
die 60 �70 3l?enschen w�hrend der mehrmonatlichen Anwesen-
heit des Hofes t�glich aus der Volksk�che gut und ausreichend
Nlittagessen erhalten. Die Kaiserin �berzeugte sich wiederholt
davon, da� ihren Befehle� nachgekommen wurde und da� es
den beuten gut schineckte. So f�hlen sich auch diese kleinen
Ceute von der G�te und Herzensfreundlichkeit der hohen Frau
begl�ckt und empfinden dankbar die Anteilnahme an ihrem
Wohlergehen. Daf�r glauben sie aber auch wiederum ein
besonderem Anrecht an der Kaiserin und der unter ihrer leb
haftcsten Teilnahme im Nenen Garten geborenen Prinzessin
zu haben, und bei den �lteren beuten begegnet es den ihnen
bekannten Besuchern des Neuen Gartens, da� ihnen mit
strahlenden Augen zugernfen wird: �Heute sind die Kaiserin
und die Prinzessin wieder einmal da, ich habe sie gesehen."
Als die �ltesten Prinzen heranwuchsen, wurden unter
Teilung der Frau Prinzessin nach und nach die Kinderg�rten
angelegt, in deren N�he die Prinzen im schatten hoher
!5�u,ne auch ihren Spielplatz hatten, und wo sich die kleinen
Prinzen mit Vorliebe aufhielten und an ihren Veeten arbeiteten.
Vas gab denn oft gro�e Ilebcrraschnngen in dem Garten
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des kleinen Prinzen Wilhelm, wenn er von dem an einem Tage gelegten Radieschensamen bereits am n�chsten
schone Radieschen ernten konnte, oder auf sonst unfruchtbaren Erdbeerstr�uchern prachtvolle Fr�chte fand, die er
dann so teuer wie m�glich in der K�che wieder verkaufen konnte. Der langj�hrige Hofg�rtner des Neuen Gartens,
Herr Nietner, hatte seine besondere Freude daran, durch solche kleine Neberraschungen und allerhand Anlagen,
wie z. V. Vicnenst�cke, f�r die llnlerhalwng der kleinen Schar zu sorgen. An seiner g�rtnerischen T�tigkeit, namentlich
der Rosenkultur, nahm auch die Prinzessin lebhaften Anteil und suchte ihre gro�en Kenntnisse auf diesen� Gebiete
fortw�hrend zu vermehren.
Das war damals ein fr�hliches (eben im Neuen Garten, und ein jeder freute sich des Anblickes, der die
junge Nlutter inmitten ihrer immer mehr sich vergr��ernden Kindcrschar als deren liebste Freundin und Gef�hrtin
die spiele leiten und an ihnen teilnehmen sah. An den Geburtstagen gab es an den Nachmittagen gro�e Kinder
gesellschaft, bei denen, wenn es gutes Wetter war, im Arocketgarten �chokolade getrunken und eifrig R�uber und
Prinzessin gespielt wurde. Don einer solchen Feier des f�nften Geburtstages des kleinen Prinzen Wilhelm sUron
pnnz) hat sich eine photographie erhalten, auf der man die Prinzen Wilhelm und Eitelfritz in ihren neuen Garde
Husaren-Uniformen sieht, w�hrend die Prinzessin und ihre Damen sich mit den eingeladenen Kindern besch�ftigen.
        
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