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Das Marmorpalais im Neuen Garten zu Potsdam

Full text: Das Marmorpalais im Neuen Garten zu Potsdam

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dem Gr�n ihrer Umgebung als best�ndiges Fragezeichen �ber den Tee und mahnt daran, da� festgestellt werden mu�,
welche Beziehungen der ber�hmte athenische Feldherr zu Friedrich -Wilhelm II. und dem Neuen Garten hatte.
Das Gegenst�ck des Maurischen Tempels bildete der ganz am s�dlichen Ende des Sees dicht bei der ehemaligen
Behlertsbn'icte gelegene ebenfalls in den Jahren bis erbaute �gothische Thurm" oder die Vibliothek.
Hier handelt es sich aber um ein weit solideres, ganz in Handstein hergestelltes Bauwerk, das infolgedessen auch allen
witterungseinst�ssen gegen�ber stand gehalten hat. In der Grundanlage hat das Geb�ude ziemliche Aehnl�chkeit mit
dem Maurischen Tempel, nur da� alle bei jenem runden Formen in eckige verwandelt worden sind. Um den
achteckigen Saal im Erdgescho� l�uft eine von viereckigen Pfeilern getragene Arkade mit spitzbogigcn Veffnungen, aus
der eine Treppe in den ebenfalls achteckigen Raum des zweiten Stockwerkes f�hrt, um den der mit einein Eisengitter
versehene offene Umgang liegt. In beiden Stockwerken befanden sich B�cherschr�nke, die eine gew�hlte kleine Bibliothek
enthielten. Die Seite 75 gegebenen Abbildungen, Querschnitt und Grundri� aus der Zeit der Erbauung, erm�glichen
besser, als jede Beschreibung es vermag, das Bauwerk eingehend zu studieren.
Die sonstigen Geb�ude des Neuen Gartens sind erhaltene �ltere Gartenh�user der einzelnen Grundst�cke, die
nach der F�rbung ihrer Mauern als das braune, das wei�e, das rote, das gr�ne und das graue Haus bezeichnet
sind und als Dienstwohnungen f�r Beamte dienen.
Die an versteckter Stelle in dem Terrain zwischen A�che und Vibliothek aufgestellte Sandstemsigur A�mZ
Friedrich-Wilhelms II. geh�rt nicht zu den alten Best�nden des Neuen Gartens. Der Geheimk�mmerer des A�nigs,
Ritz, der nach allein, was man �ber ihn aus den Akten ersehen kann, besser war als der Ruf, der sich an seinen
Namen geheftet hat, lie� nach dem Tode Friedrich-Wilhelms diese Statue auf seine Rosten von dem Bildhauer Wohler
anfertigen und in dem Garten seines Hauses aufstellen. Aus dieser unsch�nen schwerf�lligen Figur kann man die oft
ger�hmte Sch�nheit des �vielgeliebten" R�nigs nicht erkennen, sondern sie wirkt mehr als Karikatur. A�nig Friedrich-
Wilhelm Ul, erwarb nach dem Tode von Ritz dieses Standbild nicht ihres Aunstwertes oder ihrer �hnlichkeit
halber, sondern aus Piet�t gegen seinen Vater, dessen Bildnis er nicht in den Handel und an eine wom�glich
unw�rdige Stelle gelangen lassen wollte. Gbwohl der A�nig die Aufstellung der Sandsteinfigur im Neuen Garten,
dessen Palais sogar von Marmor erbaut war, als nicht ganz angemessen erkannte, so gesiel ihm die vorgeschlagene
Unterbringung auf der Pfaueninsel noch weniger, und er befahl die Aufrichtung imNeuen Garten, da �wie jedermann
bekannt, diese Statue nicht von mir in Sandstein bestellt, sondern so wie sie vorhanden, erkauft ist". Nun wurde
befohlen, da� der zu w�hlende Standort �nicht ganz in der N�he des Marmor Palais und nicht so gew�hlt werden
mu�, da� die Statue ins Auge f�llt". Nicht weit davon fand dann auch noch das Standbild von Ajax, eines
kieblingshundes Friedrich-Wilhelms II., seinen Platz.
Vielleicht interessiert es auch, etwas �ber die Rosten der im Neuen Garten aufgef�hrten Baulichkeiten zu
erfahren. Die Zusammenstellung aller �zum Grund- und Ramm- desgleichen und rohen Interieur Bau
des k�niglichen Geb�udes am Heiligen See unter vormaliger Direktion des Herrn TNajor von Gontard geh�renden
Ausgaben" ergab die Summe von rund 28^373 Talern, denen sich die Kosten f�r die innere Ausstattung mit rund
Talern zugesellten. Dazu kommen noch die Aosten der bereits notwendig gewesenen gro�en Reparatur
mit 60585 Talern, das ganze Marmorpalais hat somit Taler gekostet. Die Rechnungen der R�che und des
unterirdischen Ganges schlie�e�! ab mit 255^8 Talern, die der Drehbr�cke am Hasengraben mit 19352 Talern, der
Orangerie mit H296H Talern, des Holl�ndischen Etablissements mit H7 86Z Talern, der Pyramide mit 50290 Talern,
der Grotte mit 38750 Talern, des Maurischen Tempels mit Talern und der Bibliothek mit I?902 Talern.
Die Gesamtsumme, in der die Aosten der Grundst�ckserwerbung, der Anlegung des Gartens, der Instandsetzung der
�lteren Bauwerke usw. nicht einbegriffen sind, betr�gt danach 68H008 Taler.
        
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