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Das Marmorpalais im Neuen Garten zu Potsdam

Full text: Das Marmorpalais im Neuen Garten zu Potsdam

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Fenstern des Saumes ausbreitet, leicht versl�ndliche Dekoration wird durch das von V. &olj6e gemalte engem��e,
das den mit seiner Gemahlin in einem von Seepferden gezogenen wagen sitzenden Neptun vorstellt, der Mittelpunkt
gegeben, dessen Gedanke in den kleinin, grau in grau gemalten Seitenfeldern weiter ausgef�hrt wird, in denen wir
allerhand lustige Meeregmolive, wie einen riesigen Fisch schleppende Amoretten oder den auf einem Delphin reitenden
Arion erblicken. Die farbig wiedergegebene Skizze des Mittelbildes von Rohde gibt eine gute Vorstellung von der zwar
fl�chtigen, aber doch mit den besten alten Traditionell seines kehrers Pesne erf�llten flott dekorativen Artdes K�nstlers.
Aus dem Vestib�l treten wir rechts in das unter Friedrich-Wilhelm II. sogenannte siarolezimmer, das auf
den boisiertcn wei� lackierten W�nden mit einer von Rosenberg gemalten Weintrauben- Vord�re verziert ist. Der aus
Ron, stammende sch�ne wei�e Marmorkamin ist mit Vronzelimen und Mosaikeinlagen geschm�ckt, die den Tempel
von Tivoli und r�mische Ruinen darstellen. Auf dem Ramin stehen, wie fast auf allen Aaminen im ganzen Schlosse,
sehr sch�ne Wedgewood Vasen, nach ihrer Farbe zu Garnituren zusammengestellt. Die in ihren Formen einfachen,
aber sowohl in der Tischlerarbeit wie in den Bronzebeschl�gen vorz�glich fein und geschmackvoll ausgef�hrten
Mahagonikommoden sind ebenfalls im ganzen Schl��chen von gleicher Sch�nheit und die darauf befindlichen platten,
zum Teil aus Halbedelsteinen zusammengesetzt, von vorz�glicher Wirkung. Die Fu�b�den sind ebenso wie in diesem
Raum durchweg aus edlen H�lzern zusammengesetzt und von solidester und geschmackvoller Ausf�hrung. Auch hier
ist die Decke von V.Rohde gemalt und stellt Minerva dar, der Genien den Schild mit dem Medusenhaupte und den
mit der Sphinx bekr�nten Helm bringen. Die vier kleinen Felder in den Ecken stellen ebenfalls Amder mit Waffen dar.
Das zweite hierauf folgende Zimmer ist in seiner Dekoration von ganz besonderem Reize, indem die blau
gemalten und lackierten boisierten w�nde mit den reizendsten Verzierungen und Ornamenten von Rosenberg nach der
Sizzc von kanghans farbig bemalt sind, wovon die farbig wiedergegebene Skizze eine sehr gute Vorstellung zu geben
vermag. Line ganz �hnliche Dekoration auf wei�em Grunde befindet sich im Schlosse Monbijou in dein R�ume, der
die Andenken an 2i�nig Friedrich II., enth�lt und wurde f�r dessen Gemahlin wahrscheinlich auch nach den
Angaben von Tanghans ausgef�hrt. Die gleichfalls von Rosenberg nach eigenem hier farbig wiedergegebenem Entw�rfe
gemalte Decke stellt die G�rtnerei, die Jagd und die Fischerei dar, verherrlicht also die Freuden des Landlebens. Dieser
Raum ist auch dadurch bemerkenswert, da� er das Sterbezimmer Friedrich-Wilhelms II.geworden ist.
Als drittes und letztes Zimmer dieser Seite folgt das kleine Schreibzimmer, das auch von dem Prinzen
Wilhelm als Arbeitszimmer benutzt wurde. Die mit eingelegten Ornamenten gezierten boisierten W�nde aus Taxus-
Holz und der aus verschiedenen H�lzern zusammengesetzte Fu�boden beweisen ebenso wie die sorgf�ltig gearbeiteten
M�bel die hohe Leistungsf�higkeit der Tischler jener Zeit, die gegen�ber den gleichzeitigen franz�sischen Arbeiten noch
lange nicht genug anerkannt wird. Unter Friedrich-Wilhelm II. wurde dieser Raum von dein darunter gelegenen
Aeller aus durch einen Drachenkopf von vergoldetem Metall geheizt, der dem Arbeitszimmer Friedrichs des Gro�en
vom Potsdamer Stadtschlosse entnommen war, heute aber wieder an seiner urspr�nglichen Stelle steht.
Auf der anderen Seite des Vestib�ls betritt man zuerst ein Zimmer mit gelben Seidentapeten, deren Vorten
mit Rosenknospen und Vl�ttern bemalt sind. Die von V. Rohde gemalte Decke stellt Minerva dar, wie sie einen,
J�ngling, den von der anderen Seite die Wollust zu sich heranziehen will, den Tempel des Ruhmes zeigt. Die
Supraporten, en cama?eu, grau auf rotem Grunde von Frisch gemalt, stellen die Entwicklung eines J�nglings zum
wohlerzogenen Manne dar. An den W�nden h�ngt eine Sammlung von kolorierten Zeichnungen nach den
Dekorationen der koggien des Vatikans.
Die urspr�nglich gr�nen, heute r�tlichgelb verbla�ten seidenen Tapeten des n�chsten Zimmers haben
reizende von Aimpfel gemalte Vord�ren � die auf der hier farbig roiedergcge denen Skizze und der Abbildung Seite 55
noch nicht angegeben sind
�
und als Vasrcliefs auf blauem Atlas gemalte Supraporten. Das von Frisch gemalle
Deckengem�lde stellt hebe und Amor dar. (Abbildung des Entwurfes Seite 56.) Die beiden gro�en reich mit Vronze
beschlagenen Mahagonikommoden haben als besonderen Schmuck eingelegte wedaewoodplatten mit blau und wei�en
Reliefs, und der r�mische Marmorkamin zeigt reiche farbige Mosaikeinlagen.
        
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