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Das Marmorpalais im Neuen Garten zu Potsdam

Full text: Das Marmorpalais im Neuen Garten zu Potsdam

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(2000 B�ume eingesetzt. Per sandig�.' Boben des Neuen Gartens mu�te durch Neberfahren mit besserer Erde
leistungsf�higer gemacht werben und ivelche !Vasserniengen in trockenen Sommern zum begie�en herangeschafft werben
mu�ten, kann nur der ermessen, der die Aufsaugef�higkeit des Sandes im Neuen �arten selber beobachtet bat.
N^ie die Gartenanlage durch das Streben der Zeit nach Natur, ober wag fie als solche ansah, bestimmt wurde,
so �bte auf den 2.^au des Landhauses die 511 neuem Leben erwachte antike Aunft den st�rksten Einflu� au?. Zwar
hat die Antike auch in den Bl�tezeiten des Rokoko ihren Einflu� auf die Bauweise, namentlich bei den Au�en
archilektureu, nie verloren, Knobelsdorff war seiner Ileberzeugung nach ein getreuer Sch�ler antiker Kmift, als er
das Sta6ffdilof� u, �baute, und die Tiolonuabeu dort,
sowie Me Hofseite poii schlo� Satisfouci mit ihrer
S�uleuballe und der orale Z??armorfaal sind in ihrer
Anlage nur �u�erlich beeinflu�te antike 3^ccn * aber wo
ornamentale Ausschm�ckungen in Frage kamen, wie bei
der (*5avtenfeitc von schlo� Sansfouci und in den 3nnen
raunten von Sanssouci und Stadtschlo�, hat das zierliche
Kanfenmer! des Rokoko Me Erinnerung an antike Kunft
und Vorbilder in einer IDeise zerst�rt, wie es feiner
anderen iiunst^poche m�glich gewesen ist. Auch im
Neuen palais �berwiegt in einer Zeit, wo in Frankreich
bereits l�ngst der antike Einflu� in 3 ora^O?l
und �Hobiliar zur Herrschaft gelangt war, noch die vom
K�nig festgehaltene Aunst seiner jungen Jahre, wcnn
audi bereits an vielen Stelleu in schwerf�lligen Formen
klassische sich eindr�ngen und der Dekoration bes
Schlosses den Charakter einer Uebergangsepot^e aufpr�gen.
So war die neue Kunstrichtung an den Sch�pfungen des
weisen von Sanssouci ziemlich spurlos vor�bergegangen,
und wir haben in Potsdamer und Berliner 3mu'Us
dekorationen kein Beispiel des fr�hen Louis XVI. Stiles,
des ersten Einbruches antiker Einfl�sse in die scheinbar
regellose krause UVIt des Rokoko, ebenso wie uns audi
in der Zeit K�nig Friedrich Wilhelms I, die k�stli^e
Stilausbildung des Neberganges von Louis XIV. juin
Rokoko, den die Franzosen als R�gence Stil bezeichnen,
(Pottbctr�i Cangbans, K�mgltdjrr l�of?MuMiTFtot, lit dlterfn 3t[i'i|"tiftjtid;iiiln9im �rfifir leinet luirf-foninit�
im wesentlichen verlorengegangen ist. F�r die Au�enarcbileklur waren, wie ich bereits andeutete, die antiken Einfl�sse
mit wenig Ausnahmen stets ma�gebend gewesen, hatte doch der Aonig seller sehr h�ufig italienische Renaissance Pal�ste
und Aufnalmien aus dem Oitruv oder Palladio als vorlagen f�r die zu bauenden srivath�user bestimmt.
So tonnte auch Friedrich � Wilhelm mit den planen f�r das palais im Heuen Garten einen bew�hrten
2trd)itefteu seines Vorg�ngers betrauen, ZUajor "Karl von Gontard, der seit \764 im Dienste des Gro�en K�nigs eine
rege Baut�tigkeit entfaltet Halle. IDir nennen hier nur die Communs und die Kolonnaben am Neuen palais (nach
�lteren planen von Ce^eay), den Antiken und den Fveundschafts Tempel im parf von Sanssouci, das ?Uilitdr
Waisenhaus tu Potsdam, die Ko?onnaben in der Leipziger Strafe und die A�nigskolonuaden zu Berlin, die beiden
Kirchen am Geudarmenmarkt nebst febr Dielen B�rgerh�usern in Berlin und Potsdam, deren Ausf�hrung ein gro�es
Verst�udnis f�r malerische lOirkuug erkennen l��t, die bisweilen, dem Zeitgeschmack entsprechend, geradezu theatralisch
wird. Aus diesen zahlreichen Auftr�ge� des Gro�en K�nigs schlie�en zu wollen, da� von Gontard fein besonderer
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