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Hohenzollern und Oldenburg-Schleswig-Holstein

Full text: Hohenzollern und Oldenburg-Schleswig-Holstein

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de�n jungen K�nig Gustav und der Aaiserin Katharina von Ru�land lie� f�r einen Augenblick einen Vruch auch
zwischen Preu�en und Schweden bef�rchten, da der Zarin ihr B�ndnis mit Friedrich dem Gro�en im Kriegsf�lle
einen Anspruch auf preu�ische Waffenhilfe gegen Schweden gegeben h�tte. K�nigin ?utfe*UIrife befand sich auf der
R�ckreise, noch diesseits des Meeres, als sie ein warnendes, drohendes Schreiben ihres Vruders erhielt, das f�r den
gegebenen Fall den Einmarsch preu�ischer Truppen in Schwedisch-Pommern ank�ndete. Sie antwortete von Stralsund
aus in einem Vliese, der die hochherzige und geistreiche Frau in ihrer vollen Gr��e zeigt: �Sollte es dahin kommen,"
so schlie�t sie, �dann wird die !Nelt das seltsamste Schauspiel erblicken, das die Geschichte jemals geboten hat: ich
f�hre die Regentschaft von ganz Sommern, Sie werden Zhre eigne Schwester diese Festung verteidigen sehen, ich werde
�berall sein, wo Ihre �ugeln einschlagen. Sie werden den Platz einnehmen, daran zweifie ich nicht, aber es wird
geschehen um den preis meines Blutes, und bei meinem letzten Atemzuge werde ich Ihrer noch w�rdig sein."
tuise-Ulrike starb am Juli auf ihrem Witwensitze, dem Schlosse Svartsj� auf einer Insel im
2N�larsce. Die letzten Jahre ihres bewegten Gebens hatte ein trauriges Zerw�rfnis mit ihrem Sohne, dem Aomg
Guswv III., getr�bt.'
�^em gottorpischen Prinzen, der im Jahre die schwedische R�nigskrone ausschlug, um eine Kaiserkrone zu
erwerben, ist die Zarenw�rde zum Nnsegcn geworden. Ihm selber und seinem Sohn. Veide, Peter III.wie Pauli,
fanden auf dein Raiserthron den Tod von vorderhand. Erst der dritten Generation des Hauses Holstein -Gottorp in
Ru�land, den Vr�dern Alexander I. und Nikolaus I., war es verg�nnt, der Herrschaft bis an das nat�rliche Ziel des
menschlichen Gebens zu walten.
Alexander war um neunzehn Jahre �lter als sein Vruder Nikolaus. Vbgleich zwischen beiden noch der
zweite Sohn Pauls I., Gro�f�rst Konstantin, stand, hat sich Nikolaus doch schon fr�hzeitig als den Nachfolger des
kinderlosen Zaren zu betrachten gew�hnt.
Im Januar \&O^ besuchte das preu�ische K�nigspaar, von seiner damaligen Residenz K�nigsberg aus, den
Petersburger Hof. Schon jetzt scheint zwischen der K�nigin ?uife und der Kaiserin Elisabeth -Alexejewna die dereinstige
Verbindung des Gro�f�rsten Nikolaus mit der Prinzessin Charlotte von Preu�en geplant worden zu sein: als ihren
im Jahre l80<) gefa�ten Herzenswunsch hat die Kaiserin nachmals die vollzogene Verlobung bezeichnet.^ Per Gro�f�rst
stand Anfang im zw�lften, die Prinzessin im zehnten Lebensjahre. F�nf Jahre sp�ter, im Nl�rz {S\$f kam
Nikolaus nach Berlin. �Die hatten die Zeiten sich inzwischen ge�ndert! Vas russisch-franz�sische B�nbnis, das \80ty
die Weltlage beherrschte, hatte sich gel�st, Napoleon hatte in 2Noskau die Grenzen einer bis dahin unwiderstehlichen
Gffensive gefunden und sah sich jetzt bis vor die Tore seiner eigenen Hauptstadt zur�ckgeworfen; auf den Schauplatz
eines Krieges, der dem Erl�schen bereits nahe war, wollte sich der junge russische Gro�f�rst begeben. Er hat auf
der Fahrt in der preu�ischen Hauptstadt nur zwei Cage geweilt. Die Prinzessin Charlotte hat er gesehen, und sie hat
im folgenden Herbst, nach der R�ckkehr des Kronprinzen Friedrich-Wilhelm aus dem franz�sischen Feldzuge, dem
Brubcr, der jenen in Paris inzwischen Fennen gelernt hatte, an feierlicher St�tte, am Grabe der Mutter im Charlotten-
burger Schlo�park, anvertraut, da� Nikolaus ihr gefalle.
1 vgl. Puffer und Arrcheim in de� Forschungen zur braudenburglsche� uni� preu�ischen Geschichte VI 277 ff.; sowie 2(uificiin,
Vie Memoiren der K�nigin Ulrike (^88). � 'H.3t�nidr *8*6; bei Aailleu, Vriefwechse! Friednch.wilhelms III.und der K�nigin luise
mit Alexander I. (pnHt?atioiicn am den preu�ischen Staalsarchloen N.I.XXV,369). Die im folgenden angef�hrten Stellen uns Briefen
der Prinzessin Charlotte und des Kronprinzen sind dem Werte von tLIj. Sdjinnnnn, Geschichte Ru�lands unter Kaiser Nikolaus I.(Berlin i^o�) entlehnt.
        
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