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Hohenzollern und Oldenburg-Schleswig-Holstein

Full text: Hohenzollern und Oldenburg-Schleswig-Holstein

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in sein Tagebuchs den Wunsch eintrug: �Gott wolle sie noch lange Jahre erhalten, sie ist sicherlich unter allen
Prinzessinnen der IPc?t am meisten mit G�te, Fr�mmigkeit und je�er Art von Tugenden ausgestattet."
was Dorothea dem Aurf�rsten als treue Gattin gewesen ist, l��t mehr als alles andere die Tatsache ersehen,
da� sie fast nie von seiner Seite gewichen ist, da� sie sowohl die Freuden, Abenteuer und Troph�en seiner Iagdfahrten,
wie die Anstrengungen und Unbequemlichkeiten seiner Reisen, da� sie auch die Gefahren seiner Feldz�ge hingebend mit
ihm geteilt hat, stets sich der Aufgabe bewu�t, �ber die fr�hzeitig ersch�tterte Gesundheit des rastlosen, keine R�cksicht
auf seinen A�rper kennenden F�rsten zu wachen. Als Sch�tzin nahm sie es in den kurf�rstlichen Iagdgesilden mit
jedem waidmann auf; an der Schwelle ihres sechsten Jahrzehnts brachte sie in: tebuser Forstrevier jenen in einer
gelehrten Abhandlung verewigten Hirsch zur Strecke, dem ihre Auge! mitten durchs Herz gegangen war und der
gleichwohl noch an die 3000 Schritt bis zur Oder lief, wegen ihrer Iagderfolge als Viana gepriesen, ward sie von
den Hofpoeten als Gef�hrtin der Ariegstaten des Gro�en Aurf�rsten mit der behelmten siallas Athene und mit
Hypfikrateia, der geharnischten Gattin des 7Nithridates, oder mit der j�dischen Nationalheldin Veborah verglichen.
Die Aurf�rstin hat den Feldzug am Nicderrhein imSommer den Feldzug imElsa� imHerbst 56?H mitgemacht
und das tager auch nicht verlassen, als bei Stra�burg eine Seuche im Heere ausbrach; sie begleitete den Aurf�rsten
im Januar und Februar (675 aus dem Elsa� durch Schwaben und Franken nach Westfalen und w�re ihm nach
Fehrbellin gefolgt, h�tte sie nicht die Ankunft eines T�chterchens auf dem Sparrenberge zur�ckgehalten. Aber schon
nach wenigen Wochen schlo� sie sich im Nlecklenburgischen dem Hauptquartier wieder an. Eben damals herrschte
�gro�e Not um Brot und Salz", so bezeugt der Aammerherr von Such; selbst an der kurf�rstlichen Tafel mu�te
Kommi�brot gegessen werden, und zwar geborgtes. Am 30. Gktober begaben sich Aurf�rst und Aurf�rstin
Nach der Mittagstafel aus dem Tager vor dem noch von den Schweden gehaltenen Wolgast mit ihrem Gefolge auf
einen H�gel, um die Haltung der Velagerlen zu beobachten; der Feind bemerkte die Gruppe u-no begr��te sie mit
Aanonensch�ssen, eine Augel ging unmittelbar �ber die A�pfe hinweg. Ein Vorgang, der sich im folgenden Sommer
vor Stettin wiederholte: auf einer ihr zu Ehren Dorotheen- Posten genannten Batterie schaut die Aurs�rstin mit dem
Aurf�rsten und der kandgr�fm von Hessen-Homburg dem Gesch�tzkampf zu, an der Stelle, von der eben der Aurf�rst
hinweggetretsn ist, fahrt einem Sekret�r eine Musketenkugel durch den Aopf. wie an den Belagerungen von Volgast,
Stettin und Stralsund nahm die Herrscherin auch an der Ariegsfahrt nach Preu�en im Winter von ;6?8 auf j6?9 teil;
am 30.Dezember aus Berlin aufgebrochen, legte man bei strengem Frost t�glich fechs bis sieben, am von Tuchel
bis TNanenwer�er sogar zw�lf Meilen zur�ck;^ am trugen die Schlitten m der siebenst�ndigen historischen Fahrt Aur-
f�rst und Aurf�rstin und die Infanterie �ber das Eis des Frischen Haffes und des pregels vom Dorfe Aarben bis an den
A�nigsberger Schlo�berg, und nach nur einen: Ruhetage ging es am bis kabiau weiter, wo die Aurf�rstin zur�ckblieb.
So fest und innig, wie der zweite Ehebund des Gro�en Auif�rsten sich gestaltete, brauchte die h�fische Dichtung
den Hinweis darauf nicht zu scheuen, da� der Geburtstag des Gatten, der 6. Februar, mit dem Namenstag der
Gattm, dein Dorotheentag, zusammenfiel: so habe Gott sichtbarlich dieses paar f�reinander bestimmt.
Als der Aurf�rst am 29. April gestorben war, legte Johann von Besser in einer seiner Gelegenheils-
dichtungen der Witwe die Alage in den Mund:
Geburt5- imd Z?ctmensfej�, das 311 erg�tzen pflag,
Du bist nun umgekehrt, wie mein Vegr�bni�wg,
Ich will,so oft du kommst, nur Tot� und Sterben nennen,
Ulan soll aus meiner Crau'r die reine dieu erkennen ...
Ihr heiligen Gebein', die ich allhier begrabe,
Ich schw�re: da� ich Euch in meinem Herzen habe.
Wo nicht dein K�rper nach dennoch nach meinem tveh:
Ein lebendiges Grab ist Eure Doroth�e.
Vie treue Lebensgef�hrtin hat ihren Eheherrn nur um ein Jahr �berlebt. Am 6. August erlag Dorothea
zu Aarlsbad einem Schlaganfall. Auf Vefehl des regierenden Aurf�rsten, ihres Stiefsohnes, erfolgte die Beisetzung
im Dom zu Verlin an der Seite des Gro�en Aurf�rsten an demselben 52. September, an dem vor einem Jahre
der greise Held zur letzten Ruhe bestattet worden war.
'Herausgegeben von F.Hirsch, II,N9>
'Hirsch, Der Winterfeldzug in Preu�en 5.80 Ann�. H.
        
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