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Hohenzollern und Oldenburg-Schleswig-Holstein

Full text: Hohenzollern und Oldenburg-Schleswig-Holstein

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Auf einer zweiten deutschen Keife stattete der K�nig zu Beginn des n�chsten Jahres dem Hof zu Halle einen erneuten
Vesuch ab, und bann erst, im August lie� er durch eine 5taatsgesandtfchaft unter F�hrung des d�nischen
Aanzlers feierlich um die Hand Anna-Katharinas werben. 3� November \597 wurde auf schleswigschem Voden
zu Hadersleben in Gegenwart des Markgrafen Joachim-Friedrich Hochzeit gehalten; eine schwere Keuche, die damals
ganz Niedersachsen heimsuchte, wurde Veranlassung, da� sich die Feier in aller Stille vollzogt
Es ist bezeichnend f�r den das Haus Joachim -Friedrichs beherrschenden Geist, da� auch Katharina
der reformierten kehre sich zuneigte, zu der ihr Eruier Kurf�rst Johann -�gismund endlich, als die Schwester bereits
gestorben war, sich �ffentlich bekannt hat. Vie Stellung der streng religi�sen Frau in dein durchaus lutherischen
Danemark ist durch diese cawinische F�rbung ihrer Fr�mmigkeit wohl erschwert worden. Als Pers�nlichkeit ist fie
wenig hervorgetreten. Van ihren sechs Aindern sind drei, darunter der Erstgeborene, vor der Mutter gestorben; sie
selbst hat nur ein Alter von 36 Jahren erreicht (geftorben 29. M�rz \b\2),
der Regierung Christians IV. hatte sich das von dem Herzog Johann, j�ngerem Hohne A�nig Christians III.,
begr�ndete Haus Schleswig-Holstein-Sonderburg in mehrere, zumeist sp�ter erloschene kinien (Norburg, Gl�cksburg,
stl�n, Franzhagen, Augustenburg und Veck) geteilt.
Die Prinzessin Dorothea^ war das zehnte Amd aus der Ehe des Herzogs Philipp, des Stifters der �lteren
Gl�cksburger Time, mit Sophie von Sachsen -Naumburg. Am 29. September alten Stils J636 auf dein Schlosse zu
Gl�cksburg geboren, hat sie dort die liinderjahre verlebt, bis tuait fie nach an den verwandten A�nigshof
nach Kopenhagen und bannt in eine gr��ere Welt brachte. Siebzehnj�hrig verm�hlte sie sich am 6. Oktober H655
dem Herzog Christian -kudwig von Vraunschweig -L�neburg 3, der zu Celle feinen Hof hielt, und nahm, als ihr Gatte
nach zw�lfj�hriger kinderloser Ehe gestorben war, ihren Witwensitz zu Herzberg am harz.
Am Celler Hofe hatte der Aurf�rst Friedrich-Wilhelm von Brandenburg sie oft begr��t, �der beste Freund
und liebste Kumpan" des Herzogs Christian Ludwig, wie ihn die Herzegin Sophie von Hannover genannt hat. Seit
dem 8, Juni \6b? selber verwitwet, warb der Aurf�rst im folgenden Jahre um die Hand der Herzogin-Witwe und
feierte am \<{.Juni auf dem schl�sse zu Groningen an der Vodc die Hochzeit mit der kurz zuvor zu feinem
reformierten Glauben �bergetretenen F�rstin. 3 den brandenburgischen banden blieb des Gro�en Aurf�rsten erste
Gemahlin, die edle und liebreizende (uise-henriette, unvergessen. Bei der Einholung des neuverm�hlten Paares in
Berlin am 24. Juni fiel die stumme K�lte auf, mit der bas Volk dem feierlichen Zuge zuschaute, und auch in der
Folge haben sich die herzen der Untertanen der neuen ?an6esmutter nie freudig zuwenden trollen. In der Ueber-
lieferung, die ihren Ausdruck sp�ter in den Denkw�rdigkeiten des Freiherrn von po??ni^ 4 gefunden hat, erscheint die
Aurf�rstin als F�rstin ohne Sch�nheit und ohne Anmut, als stolz, rachs�chtig und j�hzornig, geizig und habs�chtig,
treue Gattin, aber herzlose ?an6es(?erriTt, z�rtliche Mutter und b�se Stiefmutter, bei Hofe und im Volke gleich unbeliebt.
Friedrich der Gro�e 5 hat in feiner Geschichte des brandenburgischen Hauses das ung�nstige Urteil �ber die Stammutter
der Schwedtcr Nebenlinie sich angeeignet, obgleich er die Aurf�rstin gegen die geh�ssigste der gegen sie laut gewordenen
Anklagen in Schutz nimmt; hatte fie doch die Nachrede getroffen, den S�hnen ihrer Vorg�ngerin Luise-Henriette nach
dem (eben getrachtet zu haben. Da� die von f)�llnitz wiedergegeben? Auffassung nicht von allen am Hofe geteilt
wurde, beweist bas Zeugnis des Aammerherrn Dietrici?=Sigismunb von Vuch, der am HZ. Geburtstage der Aurf�rstin
1Vgl.Dietrich Sch�fer, Geschichte vonD�nemark V,267. Pauli, Allgemeine preu�ische 2taat5geschichte ni, (3. � 3 vgl.IV.Pierfon,
KutfiitfiirtDorothea, Berlin tSBS. (Festschrift zum j�hrigen V�flehen des Oorotlzoenst�dtischen Realgymnasiums.) � B Vgl.�ber ihn A.AScher,
Geschichte von Hannover und Vraunschweig 55H8 �\7\S, I,34?. � * P�llnjtz, M�moires pour servir ? l'histoire des quatre derniers souverains
de la maison de Brandebourg T, 68, � fi ?uvres de Fr�d�ric le Grand I, 96.
        
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