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Hohenzollern und Oldenburg-Schleswig-Holstein

Full text: Hohenzollern und Oldenburg-Schleswig-Holstein

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Georg Sabinus, der erste Rektor der K�nigsberger Universit�t, ger�hmt, der fie in seiner Ged�chtnisrede a?s die Tr�sterin
und Pflegerin der Armen und Aranken mit der heiligen Elisabeth verglichen hat. Auch in Regierungssorgen des
Herzogs nahm sie Anteil, zuweilen als seine Vertreterin, wiederum war der Gemahl �ihr Vertrauter, ihr Berater
und Seelsorger, der fie evangelisch beten lehrte"; 1 fie hat ihn �ihren einzigen Trost und Hoffnung n�chst Gott" genannt.
Herzogin Dorothea starb am April im Alter von H2 Jahren. In seinem tiefen Teil� �ber den
Verlust der treuen Lebensgef�hrtin, in seiner �harten Traurigkeit und schwerem Arcuze" hat Herzog Albrecht an:
Tage vor ihrer Beisetzung, am 20. April, an einen seiner vertrauten, Gabriel Terla, seinen Gesch�ftstr�ger am
polnischen Hofe, mit eigener Hand einen ergreifenden Brief geschrieben, datiert �inEile in den bek�mmerten Tagen",
einen Vnef, der auf einen amtlichen Bericht Terlas einen Bescheid erteilen wollte und der dann doch erst ganz am
Schlu� zu den Gesch�ften gelangte, weil der Herzog unwillk�rlich von feinem Schmerz festgehalten wurde: als er das
Schreiben dann noch einmal �berlas, bat er den Empf�nger, da er seine Gef�hle nicht profaniert wissen wollte, es
nicht in andere H�nde kommen zu lassen, sondern dem Feuer zu �bergeben. Gabriel Terla hat diese Weisung nicht
ausgef�hrt, der denkw�rdige Brief ist uns erhalten geblieben. �Mein lieber Gott", so lesen wir, �hat mir mein
allerliebste Gemahel durch seine v�terliche Erforderung und Beruf von diesem elenden Jammertal zu sich in seine
ewige Freude genommen und von mir abzogen, welche Traurigkeit mich auch so hart heimsuchet und das Mark in
den Anochen emtrucknet, da� ich auch nicht wei�, da� ich die Tage meines Gebens gr��er Schmerzen gef�hlet, und
schwer zu reden unm�glich, da� mir nicht mein Herz gebrochen." Herzog Albrecht r�hmt dann der Verewigten nach,
sie habe, obwohl aus k�niglichem Stamme geboren, sich gegen ihn Unw�rdigen, der ihrer nie wert worden, also in
Gehorsam und treuem ehelichen Dienst verhalten, da� sich auch eine arme Dicnstmagd nicht getreuer und dem�tiger
und mit inehr unwandelbarer kiebe h�tte erzeigen k�nnen. Er r�hmt ihre Fr�mmigkeit, ihren Glauben �bis ins letzte
Seufzen": da ihr auch das Reden verboten, habe sie, �als ich ihr das letzte Zuschreien getan", mit einem starken
Zeichen ihre Seele unserm lieben Herrn Jesu Christo in seine H�nde aufgeopfert. �Hab auch dies als meinem
besondern guten Freund, aus der 3icb, so ich zu Euch trage, wie herzlich mein Herz auch trauret und weinet, zu
schreiben nicht umgehen k�nnen, und bitte, Ihr wollt mit meiner menschlichen Schwachheit f�r gut nehmen .. ., denn
ich bin gewi�, da� Ihr nur mein keiden tragen helfet, so ist ein gemein Spr�chwort: wenn einer seinen guten
Freunden seine Schmerzen er�ffnet, so werde ihm das Herz leichter."
Im Vom zu K�nigsberg, auf der Nordseite des Chors, lie� Herzog Albrecht seiner verstorbenen Gemahlin
im Jahre jenes kunstvolle Epitaph errichten, das neuerdings als eine Arbeit des niederl�ndischen Bildhauers
Cornelis Floris nachgewiesen worden ist.^
A^as Jahrhundert war fast zu Ende gegangen, als dem Stcndaler Doppelfeste von und der A�nigsberger
Hochzeit von wieder eine Familienverbindung zwischen den H�usern Hohenzollern und Oldenburg folgte. Diesmal
war der Freier das Haupt des oldenburgischen Hauses, R�nig Christian IV.von D�nemark, derselbe F�rst, der nachmals
im Drei�igj�hrigen Ariege die Waffen zum Sch�tze der deutschen Prolestanten erhoben hat. Er ward der Eidam
des Rurf�rsten Joachim-Friedrich von Brandenburg, wie 2H Jahre sp�ter der andere und st�rkere nordische Bundes-
genosse des evangelischen Deutschlands, A�nig Gustav-Adolf von Schweden, die Tochter des Aurf�rsten Johann-
Sigismund geheiratet hat.
Als die d�nifche Arone im Jahre von Friedrich II. auf seinen elfj�hrigen Sohn Christian IV. �ber-
ging, hielt D�nemark in dem gro�en Kampfe der kirchlichen Bekenntnisse, der die damalige Welt erf�llte, sich noch
! Tschackert a. a. G. Xi.lll, � � Vgl.H. Elzrenberg, Die Kunst am Hofe der Herz�ge von Preu�en (1699), S. 5?ff.
        
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