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Königin Luisens Kindheit und Jugend

Full text: Königin Luisens Kindheit und Jugend

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fie neugierig betrachtet wurden. Von Amsterdam aus fuhren sie 511 schiff nach Saardam mit seinen (Erinnerungen
an peter den Gro�en, dessen Gebe f�r den Schiffsbau Cutfcns volle Anerkennung fand. �Que ce grand homme"
�
schreibt Me f�nfzehnj�hrige National�konomin -� �a fait du bien par l?, car c'est par le commerce que provient
leur plus grande richesse," Erst am \. September �erlie�en sie Amsterdam 11116 reisten, wieder mit der Ciwffdniite,
bei st�rmischem Hegenwetter �ber l)aarlem, wo in der groote Kerf die Klange der weltber�hmten (Orgel sie entl�ften,
nach dem l)aag, wo fie mehrere Tage blieben, um 6tc Gem�ldegalerie, bas Naturalienkabinett, das l>aus im Vusch 511
besichtigen. Sie machten auch Ausfi�ge nach Schevcningen, Delft, dessen l^ugo Grolius^Dcnkmal der Prinzessin sehr gefiel,
und Rotterdam, wo gerade Airnies gefeiert wurde,
Me sie an bon Konter in Frankfurt erinnerte.
Am q. September traten fie bin R�ckreise an,
zun�chst wieder auf einer 3adjt, �fter durch hohe
Decken, bei denen ?uife des l)errenh�usener
(Barten:?, surnomm� la boudeuse gedachte,
nach Utrecht, dann 311 wagen weiter an den
Rhein, �an den lieben alten Rhein", �ber Aleve
nach Vroich, bas sie am 6. September wieder
erreichten, von Br�derchen Karl jubelnd begr��t,
3�t den ziemlich eingehenden 2luf'
Zeichnungen und Briefen, die wir �ber diesen
Ausflug nach Holland von Prinzessin ?uife
noch besitzen, w�rde man vergeblich nach einer
Aeu�erung �ber niederl�ndische Runs! suchen;
die einzigen Gem�lde, deren sie erw�hnt, sind
die wilder der Prinzessin von Gramen, Schwester
v�llig Friedricb -^PilljcliitsII. von Preu�en,
im l)aag- mehr gefesselt hat sie der Anblick
holl�ndischer Sauberfeit und holl�ndischen Reich �
tums. Das holl�ndische 3eben �berhaupt mit
seiner F�lle neuer Erscheinungen hat sich tief in
?uifen$ Ged�chtnis gepr�gt; bei Schillers Ge^
schichte des Abfalls der Niederlande, die sie sp�ter
�fter las, hat sie sich ihrer holl�ndischen Reise,
der gr��ten Reise ihrer fugend, gern erinnert. Jrlflifrift, prinjrfflftCouU pou pvcu�rn, j�ngere Sdj?fjl� btt Kinlgin Cuife
(Detgem�lbc im Scfi�c t�cs (Prafen tVlnglngtrotWNoch Ms ?�tittc (Dftofeet \7$\ blieb
Cuise in Sroicf? mit (�5cfctjtt>iftcni uni) Gro�
mutter, die durch Veranstaltung kleiner Cheaterauff�hrungen und N�llc den Enkelkindern den Aufenthalt so angenehm
als m�glich zu machen suchte. Auch der Geburtstag des Katers, der Gktober, wurde so gefeiert, beider fehlte
dabei aber Wnkel Georg, der bald nach der R�ckkehr aus Holland Vroich verlassen hatte, und ohne dessen Teilnahme
keine rechte Freude aufkommen wollte. Der Winter in Darmstadt, der dann folgte, brachte ernste Tage f�r (uise.
kuise war rasch emporgeschossen, rascher als f�r ihre immer zarte Gesundheit zutr�glich war. Die Gro�mutter, der sie
l�ngst �ber den Aopf hinausgewachsen war, klagt hausm�tterlich wohl zuweilen, welche Not sie mit den Aleidern habe,
die fast alle Monate verl�ngert werden m�ssen, und nicht selten wurden alte Aleider der verstorbenen Mutter und Stief
Mutter f�r sie umge�ndert. Schon im Sommer war k'uise leidend gewesen; jetzt, bald nach NX-ihnacbten
erkrankte sie abermals: nur langsam und sp�t und nicht ohne schwere Ersch�tterungen ist sie endlich zur Jungfrau gereift.
        
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