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Königin Luisens Kindheit und Jugend

Full text: Königin Luisens Kindheit und Jugend

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Wie schon die Wahl der Erzieherin bekundet, bildete nach der Sitte der Zeit die (Erlernung der franz�sischen
Sprache den Mittelpunkt des Unterricht; Franz�sisch wurde auch im schriftlichen Perfekt haupts�chlich gebraucht,
w�hrend die Unterhaltung ��eist deutsch und nicht feiten im rheinfr�nkischen Dialekt gef�hrt wurde, Cuife hat sp�ter als
K�nigin, obgleich sie ihren Rindern wiederholt flei�ige Hebung im Franz�sischen anempfahl, es doch oft beklagt, da�
die Grundlage ihrer Bildung franz�sisch gewesen war. Neben Fr�ulein von Gelieu, die haupts�chlich in franz�sischer
und englischer Sprache unterrichtet zu haben scheint, hat sie �brigens noch andere Lehrer in Darmstadt gehabt, unter
denen namentlich ein Gastlicher, Frey,
�fter erw�hnt wirb.
knise war eine ziemlich mitte!
m��ige Sch�lerin; nur der Zustand ihrer
tiefte w�rde ihr heute ungesagte �NIadel"
zuziehen, so nachl�ssig sind sie gef�hrt,
bedeckt mit Zeichnungen, auf denen Damen
in karikiertem �Ho&cpu^, mit Coup�s
und St�ckelschuhen einherstolzieren, oder
zuweilen mit �berm�tigen Bemerkungen
beschrieben, wie dem nur zu wahren
Selbftbefcnntnis: �Inhalt geschmiert, deu
22. April, 15 Jahre alt; ?rf?an6 �ber
alle 5>chand. 1789". Und welche Auf
schritten: �l)efle f�r die 2tuff�t}o, die
n>ehr als zw�lf Fehler haben". Gder auf
den franz�sischen festen der Zw�lfj�hrigen:
�Cayez"; erst die Dreizehnj�hrig�.', die fich
etwas mehr 3ufammcn3une^mcn scheint,
schreibt richtig Cahier, Freilich � ortho-
graphisch deutsch oder franz�sisch 511 schrei-
ben, hat K'uise niemals gelernt, so oft auch
Fr�ulein von Gelieu ihr f�r schlechte
Arbeiten mittags den Nachtisch entzog.
Im ganzen mu� der Unterricht
recht mangelhaft gewesen sein-, wenn man
von den fremden sprachen absieht, sehr
viel schlechter, als irgend ein Aind heute
in irgend einer st�dtischen Volksschule
Deutschlands unterrichtet wird. Da lernt
llluvir-?u]iifp'31Iliertin(1, piiiiicffini�ou l>effot � Tiflrmp�bt, �ruftmlittet t^r K�nigin Cuifc
lind? 5^^;l��^t'r jt(lod��tt wci 5-I1- ?tlcjer
die schon f�nfzehnj�hrige Tuise, da� die Erdkunde �eingeteilt wird in Norden und 5-�den, in Westen und Gst,.',,",
und da� es vier Weltteile gibt, darunter �Affricka". 5ie lernt die Meere, die Europa �um und durchflie�en" und
auf die Frage, welches die ,,l>auptgeb�rge" Europas sind, antwortet sie: �die Allpen, Uwnlblanc, NIontjurat;
diese sind es, die ich mir in diesem Augenblick besinne". 2.Vn der Weltgeschichte erf�hrt die Zw�lfj�hrige, da� man
die erste Periode �Urwelt" nennen k�nne und da� sie �von Adam bis auf die noachische Flut gehe" und Jahre
�enthalte". �Mit den persischen Ariegen", so lernt sie weiter, �f�ngt sich die bl�hende Periode der Griechen an, die
anjetzt alle f�r einen Mann standen. Die griechischen Generale thalen Wunder der Tapferkeit, j?erickles und Alziebiades,
zwei verwandle, trugen viel dazu bei, da� Athen Wissenschaft und A�nste bef�rderte, aber auch da� es weibifch uud
tjo�tnjolltrn. Jaljibudj igte. in
        
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