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Königin Luisens Kindheit und Jugend

Full text: Königin Luisens Kindheit und Jugend

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Prinzessin Georg, |72<) geboren, war nach den! Gem�lde von Seekatz in Darmstadt, das sie mit ihren,
Gemahl zusannnen darstellt, in ihrer fugend eine braun�ugige Sch�nheit von etwas blasser Gesichtsfarbe mit einem
feingeschnittenen Munde. Die 3 re rundeten ihr Antlitz, das auf sp�teren Bildern voll und selbst derb erscheint,
Unver�ndert blieb ihr Inneres: sie war durch und durch Pf�lzerin, in ihrer Spraye wie in ihrem IPefen, unter
franz�sischem Firnis eine kerndeutsche Xiatut, leichtbl�tig, voll Gem�t und Frohsinn, dabei altvaterisch fromm � ihr
geistlicher Lieblingsschriftsteller war der orthodoxe Silberschlag - und unber�hrt von der schw�rmerischen Empfindsamkeit
der Zeit. Sie besa� eine lebhafte Nnterhaltungsgabe und plauderte gern, so da� man in Darmstadt wohl sagte: �sie
schw�tzt, wie Prinzessin Georg", und sich drollige Geschichten von ihrer naiven Ilrspr�nglichkeit erz�hlte. Ihre vornehmste
Eigenschaft aber war ihr Familiensinn, eine herzliche, immer teilnehmende, immer opferwillige ?iebe zu ihren Rindern
und Findelkindern, wie 511 alle�, die der weitverzweigten Verwandtschaft des hessischen Hauses angeh�rten. 3" ihrer
Art verdient Prinzessin Georg wohl einen
Platz zwischen ihrer gro�en Landsm�nnin/
der Pf�lzerin Liselotte, und der Frau 2tja,
Goethes Mutter.
Von de� T�chtern der Prinzessin
Georg lebten nach dem Tode Friederikes
und Charlottes, der Mutter und Stiefmutter
nnfercr Cuife, nur noch zwei; beide wenig
gl�cklich in der Ehe, beide wie alle T�chter
der Prinzessin Georg, von zarter Gesundheit;
Tuife, die Gemahlin des Erbprinzen, sp�teren
Landgrafen Ludwigs X,, un6 Auguste, seit
Gemahlin des Prinzen Mar-Ioseph
von Pfalz-Zweibr�cken, des sp�teren ersten
K�nigs des Vayerlandes.
von ihren L�hnen standen die meisten Uns Alte pillais am ITlurft in Darmfla&t
�liir U\iltrv: �Barm(labt n?ie es uvit un?� ?ie es ijenx>r?>m"in fremden Kriegsdiensten; inDarmstadt selbst
lebte meist nur einer, Prinz Georg, den aber
unruhige Abenteuererlust auch oft aus der Mutter Hans entf�hrte. Er war immer in Geldverlegenheiten, aber immer
von unverw�stlich heiterer Taune, der fr�hliche Gnkel Georg, der Liebling seiner Neffen und Nichten, die er liebte, wie er
seine verstorbenen Schwestern geliebt hatte, und f�r deren Unterhaltung er durch kleine Feste und Ausfl�ge immer bem�ht war.
Im Jahre zur geringen Freude der regierenden hessischen Familie, siedelte auch Prinz Aarl mit seinen
beiden L�hnen Georg und Aarl nach Darmstadl �ber, wo er sich an der stelle des jetzigen RhcintoreZ ein Haus
kaufte. Er hat es wenig bewohnt, meist lebte er bei (Charlotte in Hildburghausen, als Pr�sident einer kaiserlichen
Areditkommission, die den zerr�tteten Finanzverh�ltnissen des kleinen Landes aufhelfen sollte. Ghne Mutter und fast ohne
Vater, schl�ssen sich die f�nf Geschwister um so inniger einander an, die Br�der voll Bewunderung und Hingabe f�r
die Schwestern, die Schwestern voll Stolz auf die Br�der, besonders auf Georg. Im Jahre gab es einen
schmerzlichen Abschied, mit vielen Tr�nen. Schwester Cherese, l�schen, wie sie in der Familie genannt wurde, folgte,
kaum sechzehn Jahre alt, dein Erbprinzen Aarl Alexander von Thurn und Caris als Gemahlin nach Regensburg.
Sch�n und geistig hochbegabt, hatte sie schon mehrere Bewerber um ihre Hand zur�ckgewiesen, darunter auch einen
ihrer (Vnkel; f�r den Prinzen von Thurn und Taris, dessen Antrag von der Tante in England unterst�tzt wurde,
entschlo� sie sich nur z�gernd und nicht ohne sich f�r ihren evangelischen Glauben volle Bekenntnisfreiheit auszumachen.
Die Erziehung der Aindcr des Prinzen Aarl hatte in Hannover, wie schon erw�hnt, anf�nglich Fr�ulein
von Wolzogen geleitet. Im Jahre war sie der neuverm�hlten Herzogin Charlotte nach Hildburghausen gefolgt,
        
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