Publication:
1900
URN:
https://nbn-resolving.de/urn:nbn:de:kobv:109-opus-2904
Path:
9nicht ein schein und Paradek�nig geworden, fein rex fictus Leu pictus, wie es im polnischen Reiche hie�. Noch
heute gilt das Wort, das dos jetzt fast HN fahren bei einer denkw�rdigen parlamentarischen Verhandlung warnend
in den Kampf der Meinungen hineingeworfen wurde: �Das preu�ische K�nigtum ist noch nicht reif dazu, einen rein
ornamentalen Schmuck Ihres verfassungsgcb�udes 511 bilden, noch nicht reif, als ein toter Maschinenteil dem Mechanismus
des parlamentarischen Regiments eingef�gt zu werden."
Es war am 27. Januar als Vismarck in den Anf�ngen seines Ministeriums diese denkw�rdigen
Worte sprach und mit Nachdruck erkl�rte, da� er in den: Zusammentreffen dieser Debatte nut den: Geburtstage des
j�ngste?� mutma�lichen Erben der Arone, des damals vierj�hrigen Prinzen Wilhelm, eine verdoppelte Aufforderung
sehe, fest f�r die Rechte des A�nigtums einzustehen.
Als dann 25 Jahre sp�ter Aaiser Wilhelm II. den preu�ischen Thron bestieg, bekannte sich der Erbe von
acht K�nigen in der Thronrede, mit der er seinen ersten kandtag er�ffnete, zu der Ueberzeugung: �Der gesetzliche
Vestano Meiner Rechte, fo lange er nicht in Frage gestellt wird, gen�gt, um dem das Ma� monarchischer
Einwirkung zu sichern, dessen Preu�en nach seiner geschichtlichen Entwicklung, nach seiner heutigen Zusammensetzung,
nach seiner Stellung im Reich und nach den (Gef�hlen und Gewohnheiten des eigenen Volkes bedarf. Ich bin der
Meinung, da� unsere Verfassung eine gerechte und n�tzliche Verkeilung der Mitwirkung der verschiedenen Gewalten
im �taatslcben enth�lt, und werde sie auch deshalb, und nicht nur Meines Gel�bnisses wegen, halten und sch�tzen."
welcher Wandel der grunds�tzlichen Anschauungen und welches Ma� politischen Wachstums offenbarten sich
in dieser Thronrede vom 27. Juni im vergleich mit jener anderen, in der einst am April <8H? A�nig
Friedrich Wilhelm IV. die Gew�hrung einer Verfassungsurkundc abgelehnt hatte, �weil nie und nimmermehr zwischen
unser� Herrgott im Himmel und dieses Land ein beschriebenes vlatt, gleichsam als eine zweite Vorsehung, sich eindr�ngen
d�rfe, um uns mit seinen Paragraphen zu regieren und durch sie die alte, heilige Treue Zu ersetzen." Das Mi�trauen
war unbegr�ndet. Die Verfassung hat F�rst und Volk in Preu�en nicht von einander entfremdet, sie ist ein neues
Treupfand zwischen beiden geworden, die neuen konstitutionellen Grdmmgeu haben sich sehr wohl vertragen mit der
Fortdauer eines starken K�nigtums.
And so d�rfen wir heute an der schwelle eines neuen Jahrhunderts unserem A�nigtum huldigen mit demselben
freudigen Zuruf, mit dem einst Ernst Moritz Arndt das Vaterland gr��te:
?s geh', durch Cu^enbfii bewundert,
(Beliebt durch Redlichkeit und Kcdjt,
3tolz �cm Iadrlnmdcrt
Au Kraft und Ehren uugcschwacht!
Y�dcnioll�i,.Iuhibuch I?uu. 2
                            
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