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Full text: Berliner Architekturwelt Issue 9.1907

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+ Kunst und Handwerk. Auf einer Versammlung 
deutscher Kunstgewerbetreibender» die vom Fachver 
band für die wirtschaftlichen Interessen des Kunst- 
gewerbes veranstaltet wurde, kam es zu einer Besprechung 
der Schäden und Mißstände, unter welchen heute unser 
Kunstgewerbe leidet. Der Vorsitzende Fabrikdirektor 
Hugo Gerschel betonte den starken Gegensatz, der 
heute zwischen Theoretik und Praxis des Kunstgewerbes 
besteht. Es handelt sich uni drei Punkte, zunächst 
um die Reform des Unterrichts irr den kunstgewerblichen 
Schulen, dann um den Mißstand des Wettbewerbes 
der Kunstschulen mit den Kunsthandwerkern durch die 
Übernahme großer Aufträge, drittens um eine Neu 
regelung des Ausstellungswesens, welches der Fach- 
verband durch die Kunstschulen gleichfalls aufs schärfste 
bedroht sieht. Vor allem würde betont, daß die 
Kunstschulen für das Handwerkertum keinen tauglichen 
Nachwuchs heranbildeten. 
* * 
★ 
In Berlin wurde ein Verein der Plakatfreunde 
gegründet. Dieser macht es sich zur Aufgabe, durch 
sachgemäße Vorträge und Plakat-Ausstellungen, sowie 
durch regen Bücher- und Plakataustausch usw. den 
Geschmack am künstlerischen Plakate zu wecken und 
zu kultivieren. 
« * 
* 
X Die städtischen Kollegien Flensburgs haben für 
eine Halle, welche nach Entwürfen Anton Hubers von 
dortigen Handwerkern für die Dresdner Ausstellung 
ausgeführt wird, eine Beihülfe von rooo Mark aus 
städtischen Mitteln bewilligt. 
* * 
z±r Einen Wettbewerb betr. Entwürle für eine städt. 
Sparkasse in Apolda erläßt der Gemeinde-Vorstand 
zum i. Juni 1906. Für das auf einem unregelmäßigen 
Gelände an der Fleischergasse und Bachstraße zu er 
richtende Gebäude steht eine Bausumme von 200 000 M. 
zur Verfügung. Das Gebäude soll in erster Linie den 
Geschäftszwecken der städtischen Sparkasse dienen, 
jedoch auch Raumgruppen für die städtische Verwaltung, 
einen Sitzungssaal, Beratungszimmer, Standesamt, 
Wohnung des ersten Bürgermeisters usw. enthalten. 
Stil frei; hinsichtlich der Materialwahl ist Backstein 
fugenbau ausgeschlossen. Hauptfassaden 1 : 100, die 
übrigen Zeichnungen 1 : 200. Drei Preise von 1500, 
1000 und 500 M. in dieser oder anderer Abstufung. 
Ankäufe Für je 400 M. vorbehalten. Es ist beabsichtigt, 
einen der Sieger oder Verfasser der angekauften Ent 
würfe an der weiteren Bearbeitung der Aufgabe zu 
beteiligen, doch behält sich die Behörde freien Ent 
schluß vor. Dem siebengliedrigen Preisgerichte gehören 
u. a. an die Herren kgl. Baurat Ludwig Hofsmann in 
Berlin, Stadtbaurat Professor Dr.-Ing. H. Licht in Leipzig, 
Ober-Baudirektor Kriesche in Weimar, Baurat Günther 
und der Vorsteher des Stadtbauamtes in Apolda. 
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* 
H Wettbewerb Synagoge im Westend von Frank 
furt a. M. Die Gebäudegruppe, die aus dem eigent 
lichen Synagogenbau und einem Nebenbau, der Schul 
zimmer und Wohnungen für den Rabbiner und den Ka 
stellan enthalten soll, besteht, ist an der Ecke der Alt 
könig- und Königsteinerstraße errichtet gedacht. Bau 
summe 550 000 Mark, Maßstab der Hauptzeichnungen 
i: 200; zwei perspektivische Ansichten. Die Preissumme 
von 9000 Mark kann auch in anderer als der genannten 
Abstufung verteilt werden. Ein Ankauf nicht preis 
gekrönter Entwürfe für je 500 Mark ist vorbehalten. 
,,Es besteht die Absicht, wenn möglich — jedoch 
ohne Verbindlichkeit — dem an erster Stelle preis 
gekrönten Bewerber die weitere Bearbeitung des Ent 
wurfes und die Ausführung des Baues zu übertragen. 11 
Diese Aussicht wird ohne Zweifel eine starke Be 
teiligung zur Folge haben. 
* * 
* 
Berichtigung, Auf Seite 441 Heft 12 Jahrg, VIII 
muß es Zeile 20 von oben lauten; „In einem Wohn- 
hause von Baumeister Kurt Berndt & Architekt A. 
F, M. Lange, Kurfürstendamm 37“ (nicht wie an 
gegeben Kurfürstendamm 35.)
        
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