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Full text: Berliner Architekturwelt Issue 9.1907

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Die gleiche Anlage verbindet bei der 
anschließenden gedeckten Veranda den 
Eindruck des geschützten Sitzens mit dem 
Aufenthalt im freien Raume. Besonders 
interessant sind die Pfeiler der Veranda, 
die in Rauhputz mit abgerundeten Ecken 
große Feinheiten der Licht- und Schatten 
wirkung hervorrufen. Bei diesen Pfeilern 
sind nach innen zur Belebung kleinere 
Quadrate mit stilisierten Blattornamenten 
herausgearbeitet. Besonders wohltuend für 
das Auge wirkt hier die Einfassung der 
Veranda mit roten Ziegelsteinen als Kom 
plementärfarbe gegenüber dem Grün des 
Gartens. In diese Ziegel sind Fliesen von 
Länger eingelassen. 
In ähnlicherWeise ist im Arbeitszimmer 
des Besitzers der Kamin belebt. Es bedarf 
keiner Erwähnung, daß die wirtschaftliche 
Seite des Hauses von den Wohn- und Aui- 
enthaltsräumen getrennt, allen denkbaren 
neuzeitlichen Forderungen entspricht. Er 
wähnt sei noch, daß der Architekt nicht 
nur das Äußere, sondern auch die innere 
Ausstattung bis in die kleinsten Details 
hinein selbst entworfen hat, wobei er in 
dem Architekten Herrn. Rohde und dem 
Bauführer Aug, Wühler treffliche Unter 
stützung gehabt hat. 
Wenn dieses Landhaus auch in größerem 
Stile gehalten ist, so waren doch in jeder 
Beziehung die Gesichtspunkte einer nicht 
übertriebenen kostspieligen Herstellung aus 
schlaggebend. Allenthalben überwiegt der 
Charakter einer gesunden Ausfassung und 
darin liegt im Grunde die wahre Anschau 
ung von Welt und Dingen. Die Menschen 
sollen sich so gehen wie sie sind, nicht 
wie das was sie scheinen wollen, denn die 
wahre Kultur liegt nicht im prunkenden 
Besitz, sondern in einer ehrlichen Anschau 
ung, die auch die Einfachheit mit einem 
Hauche von Schönheit umkleidet. 
Max Creutz.
        
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