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Full text: Berliner Architekturwelt Issue 9.1907

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Abb. 157. 
vortrefflich ein 
paßt. Nament 
lich der Seiten 
teil, der aus ei 
ner Art Graben 
aufsteigt, prä 
sentiertsich sehr 
vorteilhaft, gra 
ziös und doch 
festgefügt. 
Neben diesen 
ausgeführten 
Modellen, die in 
Nachbildung ei 
ne plastische 
Vorstellung ge 
ben, kommen 
Architekturskiz 
zen, Entwürfe 
zur Ausstellung. 
Verschiedener 
Art. Da sind 
malerische Ar 
chitekturskiz 
zen, schnelle No 
tizen auf einer 
Reise in alten 
Städten, wo der 
Architekt sich 
die interessante 
Lösung irgend 
einer bautechni- 
schen oder ästhe 
tischen Frage 
festhält. Soz.B. 
das farbig fein 
wirkende „Pfei 
lerhaus in Hil 
desheim“ von Rave. Oder die maleri 
schen Architekturstudien von Oenike aus 
der Provinz Brandenburg, die für den 
einheimischen Baumeister manche An 
regung bieten. Manch schöner Ausblick, 
der Natur und Kunst natürlich vereint 
zeigt; wie ein Turm einen bewaldeten 
Hügel ungezwungen krönt, wie in einem 
Winkel das Haus sich dem Vorhandenen 
getreu einfügt. 
Besondere Beachtung verdienen die Ent 
würfe von Bruno Möhring wegen ihrer 
ausgesprochenen Eigenart. Es ist eine eigene 
Kraft in der Art, wie er die Massen architek 
tonisch gliedert, wie er alles übersichtlich 
und harmonisch verteilt. Niemals huldigt 
er dem Schematismus. Jede Aufgabe packt 
er frisch an und gestaltet sie neu von Grund 
aus. Bei ihm ist Architektur noch eine Art 
Gesamtkunst. Er zieht alles in seinen Be 
reich. Das Haus endet bei ihm nicht bei 
den Mauern, er zieht den Garten mit hinein 
und speziell hier betätigt sich sein Können 
in der Angliederung des Gärtnerischen an 
das Architektonische, in das organische 
Zusammenfügen beider Teile, so daß sie 
naturnotwendig zusammengehören, aufs 
Sinnendes Mädchen. Von Otto 
Stichling, Bildhauer in Berlin, 
Große 
Berliner Kunstausstellung 1906. 
vorteilhafteste. Ein volles Können ist hier 
am Werk. Die architektonische Linie seiner 
Schöpfungen hat einen lebendigen Schwung, 
etwas Festliches, Feierliches. Das sieht 
man besonders bei dem „Schloß M. in der 
Mark“. Wohnhaus und Kellereigebäude 
in Traben haben in der äußeren Erschei 
nung etwas Reizvoll-Apartes. 
Die dritte Arbeit interessiert durch die 
graziös-kräftige Art, wie der Turm und die 
einzelnen Teile des Gebäudes zusammen 
gebracht sind. 
Die Synagoge für Frankfurt von Jürgen- 
sen und Bachmann hat in ihrer gedrun 
genen, massiven Erscheinung etwas Macht 
volles. Alle Teile fügen sich gut dem Ganzen 
ein. Die Arbeiten von Thyriot (Hallen 
schwimmbad und Direktor Wohnhaus) zeich 
nen sich durch flächige, intime Behandlung 
aus. Namentlich das Wohnhaus klingt 
leise an dörflichen Charakter an. Der 
„Konkurrenzentwurf zu einem Gymnasium 
für Lankwitz“ ist markig und einfach ge 
staltet. Einige Skizzen zeigen die phan 
tastischen, an exotische Anlagen erinnernden 
„Terrassen am Halensee“ von Lange, sie 
zeigen, wie auch eine Restaurant-Anlage 
einheitlich gestaltet werden kann, so daß 
sie der Umgebung bestimmenden Charakter 
verleiht. Ein „Wohnhaus am Kurfürsten 
damm“ (Haus Brandenburg)von Bernoulli 
zeigt, daß auch ein großes Mietshaus zu 
gleich vornehmen und intimen Charakter 
wahren kann. Farbig frisch wirkt das 
„Landhaus“ von Ganz, dem die eingefüg 
ten graublauen Balken etwas Lustig-An 
heimelndes geben. Der Konkurrenzentwurf 
für ein „Krematorium“ von Gabriel hat 
einheitliche straffe Gliederung der Massen. 
Mit einem „Landhaus in Zehlendorf“, das 
in dunklem Grau gehalten ist, erweist Kuhl- 
mann ein feines Farbengefühl. Dem gro 
ßen Ziegelbau des „Knappschaftslazaretts 
in Zabrze“ hat Hartmann etwas Lichtes, 
Freundliches zu verleihen verstanden durch 
die leichte Gliederung des Ganzen, durch 
die ein wenig geschwungene Führung des 
Giebelteiis. Auch der dazu gehörige Pa 
villon für 200 Betten bewahrt diesen freund 
lichen Charakter. 
An Bismarckwarten versuchen sich zwei 
Architekten, Der Entwurf von Biberfeld 
ist hochstrebend und schlank. Der von 
Pietz sch geht ins Breite, will massig, kom 
pakt wirken. 
Ein „Grabmal“ von Zahn gefällt wegen 
der schlichten, modernen Gestaltung, die 
von Schmuck absieht und den Hauptwert 
auf die sachliche, architektonische Idee legt, 
der die Einzelteile sich unterordnen müssen. 
Diese große Form erhält nur in ganz spar 
sam verwandtem Gold Unterstützung, das 
sich im Gitter findet. 
Interieurskizzen lieferten Halmhuber, 
Unger und Usbeck. Leider ist das Mate-
        
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