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Full text: Berliner Architekturwelt Issue 8.1906

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ABB. 94, 
BRUNNEN. VON ARTHUR LEWIN-FUNCKE, 
g) BILDHAUER, CHARLOTTENBURQ. m 
GROSSE BERLINER KUNSTAUSSTELLUNG 1905. 
die viereckig abgeschnitten sind, erhöhen 
diesen Eindruck, Dennoch muß gesagt 
werden, daß diese Art der beinahe cyklopi- 
schen Bauweise noch allzusehr nur Massen 
wirkung ist und nicht in dem Auf und Ab 
der Verhältnisse, in der lebendigen Gliede 
rung, in dem Künstlerischen seine Aufgabe 
sucht. Das Material wirkt noch allzusehr 
in seiner Masse, diese ist nicht belebt, 
sondern gerade die tote Ruhe gibt die 
Wirkung her. Es ist eine Monumentalität, 
die, allzu oft angewandt, plump und auf 
dringlich wirken kann. Als eigenartiger 
Versuch ist der Entwurf für eine Luther 
kirche von Otto Kohtz (Berlin) zu er 
wähnen, der dem sonstigen Schema des Kir 
chenbaus ausweicht, 
ohne aber einen neuen, 
überzeugenden Aus 
druck zu finden. 
Daß man auch all 
mählich anfängt, die 
Umgebung mit ins ar 
chitektonische Gefüge 
berechnend einzuzie 
hen, daß man beginnt, 
den heimischen Cha 
rakter aus den primitiv 
vorhandenen Resten 
alter bäurischer Bau 
weise zu entwickeln, 
dafür legen einige Villen 
und Landhäuser Zeug 
nis ab. Meyer &Bre- 
dow, Steglitz, stellen 
Landhäuser aus, die 
tief im Grünen liegen 
und daraus hervor- 
sehen, als hätte der, 
der sie baute, diese 
Wirkung berechnet; 
denn auch die Dächer, 
die Giebel, die Tore 
passen sich diesem 
Gesamteindruck an. 
Desgleichen geben 
die Landhäuser von 
Schütte und Vollmer, 
Berlin, einen ruhigen, 
großen Eindruck, die 
Linien sind sanft ge 
schwungen, die Flächen 
sind breit und nicht 
unterbrochen. So ist 
hier der Beweis ge 
liefert, daß ein gemüt 
liches, trauliches Aus 
sehen auch zu erreichen 
ist ohne die Verschach 
telung der Giebel, Ge 
simse und Balkons, die 
sonst bei Landhäusern 
üblich ist. 
Zum Schluß ist noch 
die Reiseskizze „Italie 
nische Burg“ von Bodo 
Ebhardt zu erwähnen, 
die in eindringlicher Weise zeigt, wie ein 
Bau herauswächst aus seiner Umgebung, 
wie hier das Kastell aus dem Felsen, es 
ist ein einheitlicher Eindruck des Ganzen, 
ein Zusammenfluß natürlicher Linien. 
Bruno Möhring zieht in seine Entwürfe 
die Farbe stark mit herein. Sein „Grab 
denkmal“, seine „Villa und Garten“, sein 
„Jagdhäuschen“ zeigen die Vorliebe für 
den dekorativen Wert der Farbe. 
So ist in dieser Auswahl Reichliches mit 
Umsicht geboten. Theater, Landhäuser, 
Synagogen, Mietshäuser stellen dem Archi 
tekten verschiedene Aufgaben, über die dem 
Laien eine Übersicht gegeben wird, der an 
dieser Fülle der Lösungen die Mannig-
        
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