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Full text: Berliner Architekturwelt Issue 8.1906

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und in das Hohenzollernzimmer, dessen 
Wände mit Ahornpaneel bekleidet sind. 
In diesem Zimmer hängen eine Anzahl von 
Stichen aus der Hohenzollerngeschichte, die 
nicht zuletzt durch ihren einfachen Rahmen 
an dieser Stelle einen vortrefflichen Wand 
schmuck abgeben, In diesen drei oberen 
Räumen scheint überhaupt für ein zwang 
loses Zusammensein ein mustergültiges 
Vorbild geschaffen. 
Von anderen kleineren Räumen liegen 
unter diesen im Erdgeschoß das Ahorn 
zimmer, dann das weiße Zimmer, wegen 
seiner Möbel und der dunkellila Farben 
stimmung wohl der wirkungsvollste Raum, 
und das Cypressenzimmer. Auch in diesen 
Räumen ist alles ruhig und sachlich, still 
und einfach. 
Zwischen all diesen Räumen liegt der 
große prächtige Hof, der in seiner Abge 
schlossenheit, an die Höfe maurischer 
Paläste und ihre stille Zurückgezogenheit 
erinnert. Die in bayrischem Muschelkalk 
ausgeführten Passaden des Hofes sind in 
modern romanischem Stil gehalten. Überden 
Rundbögen zieht sich ein etwas allzu bunter 
von Maler Karl Kappstein, Berlin entworfe 
ner und von Professor Schirm in Email 
technik auf Kupferplatten ausgeführter Fries 
mit Darstellungen der vier Jahreszeiten hin. 
In ähnlichem Umfange sind Arbeiten dieser 
Art bisher nicht ausgeführt. Unzweifelhaft 
fügt sich dagegen ein von R, Walter ent 
worfener Monumentalbrunnen mit seinem 
in graublau gehaltenen Mosaik (Puhl & 
Wagner), Regen und Wolken, der Archi 
tektur viel organischer ein. Die Bronze 
figur des Brunnens stammt von Otto Stich 
ling. 
An den Wänden des Hofes wachsen breite 
Laubgewinde in sorglicher Ausführung zur 
Höhe empor. Aus Blatt- und Rankenwerk 
löst sich allerlei Getier in lustigem Wirr 
warr. Das Alles wird für manch stillen 
Zecher zu sinniger Anregung. 
M. Creutz. 
ABB. 78. 
ABB. 79. 
HAUS TRARBACH, 
B, A. W, VIII. 2,
        
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