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Full text: Berliner Architekturwelt Issue 8.1906

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ABB. 391. 
ABB. 390. 
' M. 1 : 250. 
ERDGESCHOSS. 
OBERGESCHOSS. 
ÄRZTEHAUS IN GUTERGOTZ.) 
Außer der Errichtung neuer Heimstätten, 
wie der kürzlich in Benutzung genommenen 
Heimstätte zu Buch und der demnächst 
zur Ausführung gelangenden Heimstätte in 
Blankenburg, läßt die Verwaltung der Stadt 
Berlin es sich angelegen sein, auch die älte 
ren städtischen Heimstätten zu erweitern und 
dabei in ihren Einrichtungen zu verbessern. 
Das städtische Gut Gütergotz liegt süd 
westlich von Berlin, nahe bei Großbeeren. 
Früher als Herrensitz benutzt, wurde das 
Hauptgebäude schon vor einigen Jahren 
zu einer Heimstätte für brustkranke Männer 
eingerichtet, zwei Räume dienten dem un 
verheirateten Arzt als Wohnung. 
Durch Aufstellung einer heizbaren Ba 
racke wurde später die Bettenzahl auf etwa 
einhundert vermehrt. Der dadurch er 
weiterte Krankenbetrieb erforderte die Tätig- 
keit zweier Ärzte. 
Für einen verheirateten und einen un 
verheirateten Assistenzarzt sollte nun nahe 
der Heimstätte ein besonderes Gebäude 
mit zwei getrennten Eingängen errichtet 
werden. Seine Ausführung durfte den Be 
trag von 38000 Mark nicht übersteigen. 
Diese verhältnismäßig geringe Bausumme 
bedingte ein möglichstes Zusammenfassen 
der verlangten Räume, 
*) Mit Genehmigung des Herrn Stadtbaurat Ludwig 
Hoffmann seinem demnächst im Verlage von Ernst 
Wasmuth A.-G. in Berlin erscheinenden 4. Bande 
,.Neubauten der Stadt Berlin“ entnommen. 
Man betritt die Wohnung des verheirateten 
Arztes von der Ostseite des Gebäudes. An 
einem kleinenVorraumliegen. die Küche und 
die in mäßigen Dimensionen gehaltene Diele, 
an welche dieWohnräume sich anschließen. 
Aus der Diele führt eine in den Raum frei 
angebaute Treppe zu dem im Dachgeschoß 
angeordneten Schlaf- und Kinderzimmer. 
Unter der Treppe gelangt man im Keller 
geschoß zu der Roll-und Plättstube mit der 
anliegenden Waschküche. Ein direkter Zu 
gang von außen zu den Räumen des Keller 
geschosses befindet sich an der Westseite 
des Gebäudes. Hier ist auch der Zugang 
zu der Wohnung des Assistenzarztes. Sie 
besteht aus zwei im Dachgeschoß ge 
legenen und auf einer besonderen Treppe 
zugänglichen Räumen, 
Durch die Ausführung eines hohen 
Daches, welches zu Wohnzwecken ein 
gerichtet wurde, war es möglich, das nach 
allen Seiten freiliegende Gebäude gegen die 
Unbilden der Witterung gut zu schützen 
und ihm zugleich einen ländlichen, behag 
lichen Charakter zu verleihen. 
Als Gebäude der Stadt Berlin sollte das 
im übrigen in einfachster Weise durch 
geführte Haus durch die inmitten der Haupt 
front angebrachte kleine Kartusche gekenn 
zeichnet werden. 
Das Innere des Gebäudes entspricht in 
seiner anspruchslosen Durchbildung der 
überaus bescheidenen Behandlung des 
Äußeren. C.
        
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