Path:

Full text: Berliner Architekturwelt Issue 8.1906

B. A. W„ VII!. i. 
ABB. 25. 
DIE AUSSTELLUNG 
VON MODERNEN ZIMMER 
EINRICHTUNGEN DER FIRMA 
A. S. BALL. 
Von DR. MAX CREUTZ. 
Nachdem das Berliner Kunstgewerbe sich erst vor Kurzem auf der 
Weltausstellung in St. Louis aufs rühmlichste hervorgetan, wurde in 
Berlin selbst schon wieder eine glänzende und umfangreiche Ausstellung 
moderner Zimmereinrichtungen veranstaltet. Von einer Anstrengung der 
Kräfte oder gar von einer Modelaune der modernen kunstgewerblichen 
Bewegung kann also nicht die Rede sein. Leicht und mühelos scheint 
im Gegenteil eine jugendfrische Kraft auf dem eingeschlagenen Wege 
vorzudringen. Wenn St. Louis schon eine Fülle neuer Anschauungen 
und Anregungen bot, so kann man hier an vielen Stellen von größerer 
Einheit des künstlerischen Gesamteindruckes und von stärkerer Vertie 
fung im einzelnen sprechen. Kein Wunder, denn die drüben gemachten 
Erfahrungen konnten bereits verwertet werden. Dazu hat die Ausstellung 
vor St. Louis, wo eine Anzahl repräsentativer Räume überwog, den 
Vorzug der Vielgestaltigkeit und größeren Intimität, die allerdings hier 
an Ort und Stelle auch ungleich leichter zu erreichen sind. Vor allem 
jedoch ist die einheitliche künstlerische Leitung der Ausstellung durch 
Professor Grenander und anderseits die gleichmäßige technische Aus 
führung durch die Firma A. S. Ball das wesentliche Moment eines so 
glücklichen Gelingens. Während in St. Louis viele Köpfe und Sinne 
tätig oder zuweilen auch untätig waren, scheint hier alles aus einheit 
lichem Organismus hervorgegangen. Die so erreichte Harmonie des 
Gesamteindruckes wird neben der glänzenden schon in St. Louis be 
währten Ausführung durch die wohl nicht zufällige Wahl der einzelnen 
mitwirkenden Künstler bestimmt. Leopold Bauers Salon, die Zimmer 
Grenanders, ein englisches Speisezimmer von Ch. R. Mackintosh, ein 
Speisezimmer Prof. Olbrichs und ein Wohnzimmer von G. Walton beherr 
schen die Ausstellung durch ihre sehr glückliche Verteilung, und es 
entsteht eine Gesamtkombination, der sich die übrigen Räume, ein Bi 
bliothekzimmer von Prof. Billing, ein Damonsalon von Erich Kleinhempel, 
ein Damenschlafzimmer von Rud. und Fia Wille, ein Schlafzimmer von 
Paul Ludwig Troost, ein Frühstückszimmer von C. Westman und Arbeiten 
der Grenanderschüler H. Brandt, A. Fehse, M, Philipp, A. Schmidt, 
E. Schneckenberg harmonisch einfügen. 
Alfred Grenander.
        
Top of page

Note to user

Dear user,

In response to current developments in the web technology used by the Goobi viewer, the software no longer supports your browser.

Please use one of the following browsers to display this page correctly.

Thank you.