Path:

Full text: Berliner Architekturwelt Issue 8.1906

157 
n Im Lichthofe des Königlichen Kunstgewerbe 
museums wurde eine Ausstellung ornamentaler und 
dekorativer Zeichnungen von Adolph SchrÖdter veran 
staltet, bemerkenswert wegen des ornamentalen Ge 
schmackes der dreißiger und vierziger Jahre, einer 
Zeit, die man jetzt wegen ihres charakteristischen Zu 
sammenhanges zwischen Ornament und figürlichen 
Füllstückcn wieder zu würdigen beginnt. 
* * 
* 
^ Die neue elektrische Lichtanlage auf dem Pots 
damer Platz. Die schwierige Aufgabe, den Potsdamer 
Platz, diesen wichtigen, aber auch überlasteten Knoten 
punkt des öffentlichen Verkehrs, richtig zu beleuchten, 
ist vor kurzem vollendet worden. Eingehende, die 
örtlichen Verhältnisse des Platzes und seine Frequenz 
berücksichtigende Vorstudien ließen es zweckmäßig 
erscheinen, die erforderlichen Lichtquellen auf nur 
zwei, aber hoch gelegene Punkte zu konzentrieren und 
statt des gewöhnlichen* seit 1882 hier brennenden 
Bogenlichtes IntensivÜamfnenbogenlampen zu verwen 
den, deren charakteristische Merkmale die nebenein 
ander stehenden Kohlen und eine hierdurch vorwiegend 
nach unten gerichtete Lichtausstrahlung sind, ln Ver 
folg dieses Programmes wurden auf den beiden Insel 
perrons des Platzes zwei 11 m hohe Maste errichtet, 
deren jeder 4 solcher Lampen trägt. Letztere haben 
bei einer Stromstärke von 20 Ampere je ca. 4000 NK 
Lichtstärke, sodaß also beide Kandelaber zusammen 
einen Effekt von 32000 Kerzen ergeben. Der Licht 
punkt liegt hierbei in einer Höhe von 18 m. Damit 
ist eine Intensität der Beleuchtung erreicht, welche die 
bis jetzt vorhandenen 11 Bogenlampen von je 12 Ampfcre 
entbehrlich macht und die für den Fuhrwerksverkehr 
so wichtige Übersichtlichkeit des Platzes ganz erheb 
lich steigert. Da die Maste gleichzeitig zur Befestigung 
der an ihnen vorbeiführenden Straßenbahnleitungen 
dienen, konnten nach ihrer Aufstellung zu Gunsten 
des Straßenbildes auch noch 4 Bahnmaste entfernt 
werden. Die Ausstattung der Maste wurde von Herrn 
Direktor Emil Högg, Bremen entworfen und geleitet. 
In ihr ist in konsequenter Weise der Versuch durch 
geführt, die in diesem Falle nicht leichten, technischen 
Anforderungen in der Tektonik des Ganzen und in 
Linie und Form zweckmäßig zu einem Ausdruck zu 
bringen, wie er sich aus der zweilachen Bestimmung 
des Mastes, einmal die 4 Bogenlampen, dann aber 
auch noch in S m Höhe eine beiderseits 4,5 m aus 
ladende Führung für die elektrischen Bahnleitungen zu 
tragen, entwickeln mußte. Die Dimensionen der 
konisch geschweißten, dreiteiligen, ca. 25 m langen 
Rohre beider Masten wurden von Herrn Baurat Grame 
berechnet. Aus den Werkstätten der Allgemeinenr 
Elektricitäts-Gesellschaft sind die Bogenlampen hervor 
gegangen, während die Firma Schulz & Holdelleiß, 
Berlin die gesamten Schmiedearbeiten lieferte. Mit 
der elektrischen Installation und der Bauführung waren 
die Berliner Elektricitäts -Werke betraut. 
* » 
* 
A Einen Wettbewerb für Skizzen zu einem Hallen 
schwimmbad in Iserlohn schreibt dcT dortige Magistrat 
mit Frist zum 1. September d. J. aus und setzt dafür 
drei Preise von 1500, 1000 und 500 Mark aus. Preis 
richter sind die Stadtbauräte Kullrich in Dortmund, 
Bluth in Bochum und Falkenroth in Iserlohn, Bade- 
inspektor Bloch in Elberfeld, Bürgermeister Hölzerkopf 
und die Stadtverordneten Dr. med, Becker sowie Bau 
unternehmer O. Schmidt in Iserlohn, Die Unterlagen 
sind für 3 Mark erhältlich. 
* * 
* 
T; Ein Wettbewerb um Skizzen für ein Waisenhaus 
in Straßburg i. E. wird mit Frist bis zum 31. August 
unter den Architekten deutscher Reichsangehörigkeit 
ausgeschrieben. Drei Preise von 2500, 1500 und 1000 
Mark sind ausgesetzt und zum Ankauf von drei 
weiteren Entwürfen 1000 Mark bereitgestellt. Das 
Preisgericht besteht aus den Herren Professor v.Thiersch 
und Stadtbaurat Grässel, beide in München, Waisen 
hausdirektor Petersen in Hamburg, Vizepräsident des 
Verwaltungsrats der Zivilhospizien Jehl, Baumeister 
Waltz, Stadtbaurat Ott und Architekt Eissen, sämtlich 
in Straßburg. Die Unterlagen werden vom Stadtbau 
amte in Straßburg i. E. verabfolgt.
        
Top of page

Note to user

Dear user,

In response to current developments in the web technology used by the Goobi viewer, the software no longer supports your browser.

Please use one of the following browsers to display this page correctly.

Thank you.