Dauer der Arbeitslosigkeit. ul
Nun ist für die Arbeitslosigkeit in den verschiedenen Berufsarten
wie auch im allgemeinen die Dauer das Kennzeichnende.
Wie schon gesagt wurde, ist das Vorhandensein einer.gewissen
Zahl Arbeitsloser schon wegen des Stellenwechsels, des zeitweiligen
Aufhörens der Saisonarbeit, der Erledigung der übernommenen
Arbeiten u. s. w. selbstverständlich. Dies trifft namentlich bei
den Dienstboten, der Schneiderei (Bekleidungsindustrie) und
den Baugewerben zu. Fast seit zwei Wochen ohne Arbeit waren
im Sommer 31,3, im Winter 44,8 Prozent der Arbeitslosen,
seit bis vier Wochen 44,9 bez. 58,6 Prozent, seit bis zu etwa
einem Vierteljahre 76,2 bez. 71,6 Prozent, sodass ungefähr der
vierte Teil der Arbeitslosen die schon recht bedenklich lange
Dauer einer mehr als dreimonatlichen Beschäftigungslosigkeit
aufwies.
Im Baugewerbe, wo die Saison im Sommer noch nicht
lange begonnen hat, im Winter noch nicht abgeschlossen ist,
waren 37,5 bez. 62,9 Prozent der Arbeitslosen erst seit 1 bis
14 Tagen ohne Arbeit; hätten die Zählungen einige Monate
später stattgefunden, so würde vermutlich die konstastierte Zahl
der Arbeitslosen im Sommer kleiner, im Winter grösser gewesen
sein und hätte zu beiden Terminen wohl eine längere Dauer
bis zum Zählungstage ergeben.
Die Baugewerksberufsgenossenschaft übrigens nimmt für
die Bauarbeiter eine durchschnittliche Berufsthätigkeit von 220
Tagen an, also 80 weniger, als gewöhnlich für die Thätigkeit
eines Arbeiters angenommen zu werden pflegt (300 Tage ohne
Sonntage und Feiertage). Da diese Zahl arbeitsloser Tage in
der Regel nicht unterbrochen werden dürfte, so kennzeichnet
sie zugleich die Dauer der Beschäftigungslosigkeit für dieses
Gewerbe.
Sehr wichtig ist die Zeit der Arbeitslosigkeit auch für die
Krankenkassen, namentlich der Bauarbeiter, indem dann die
Anmeldungen um Unterstützung wegen Krankheit stark zunehmen.
So waren wegen Krankheit erwerbsunfähig und bezogen Krankengeld
in Prozent aller Mitglieder:
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