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[Hefte 23-30] 23. Heft: Antigone in Berlin

Full text: [Hefte 23-30]

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Funke. (Fu einem Freunde.) Kommen Sie
mit in's Weinhaus, Lieber! Da sitzen jeden Abend
mehrere Philologen; wir wollen uns an ihrem
Aerger weiden; ihre Galle soll mir den schlechten
Wein s��en. Sie werden freilich sagen, ich ver-
st�nde Nichts, ich h�tte kein Urtheil �ber diese
Dinge. Aber Das denkt, spricht, schreibt jeder Ge-
lehrter vom andern. Am Ende haben sie Alle
Recht. Am End' wei� Keiner nix.
Mad. E relinger,
(zum Publikum, nachdem es sich nach und nach beruhigt.)
So sebr die K�nstler dieser B�hne sich M�he ge-
geben haben , ihre schwierigen Aufgaben auf das Beste
zu l�sen, m�ssen dieselben doch nothgedrungen den
Grund des lauten Unwillens eines hochverehrten Publi-
kums in ihrer ungen�genden Darstellung finden. Denn
da� jener Unwille dem Meisterwerke des gr��ten dra-
matischen Dichters gelten k�nne, ist nicht wohl anzu-
nehmen. Wie dem aber auch sei, bin ich Sie zu ersuchen
beauftragt, die Meldung dieses (auf einen Gensd'armes
deutend) Herrn Beamten anzuhlren.
Gensd'arm.
Uebermorgen wird auf dieser B�hne dargestellt?
Antigone, Trag�die von Sophokles.
(Tiefe Stille. Dss Publikum verla�t das Haus.)
        
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