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[Hefte 23-30] 30. Heft: 1849 im Berliner Guckkasten

Full text: [Hefte 23-30]

5deS! Ileichheit vor's Iesetz iS nich m�glich, weil eS
vor einen jro�en Irundeijenth�mer, der keene Steuern
zahlt, un vor einen hohen Ritter zu beleidigend w�re,
mit 'n armen ehrlichen Kerrel jleiche Rechte zu haben,
un weil es versprochen is, un weil, wenn es ooch
m�glich w�re, es doch jejenw�rtig nich m�glich is,
weil eben Freiheit ohne Ordnung un Iesetz nich m�g-
lich sind! M�glich, de� es noch mal m�glich wird,
aber jejenw�rtig is es nich m�glich! Also Ileichheit
vor's Iesetz is nich m�glich, aber Ileichheit vor'n
Kukasten, diese herrscht. Hier kann jeder Stand vor
Einen Silbersechser die Weltjeschichte jenie�en. Alle
Kasten k�nnen hier in meinen sehen! Allerh�chste
Herrschaften, hoher und nicdrijer Adel, hochverehrtes
Publikum, Kinder, J�nglinge, Majors, Preu�enver-
einer, Puppenspieler, Hofr�the, B�rstenbinder, Gene-
ralleutenants, Arbeiter, Predijer, Wickelfrauen, Drechs-
ler, Staatsanw�lte, Lohnlakaien, Erforter, Kammer-
diener, Waschweiber un Ireise, Alle, Alle un Jeder!
Selbst preu�sche Pairs k�nnen mir hier in mei-
nen Kukasten sehen, jedoch nich vor !852, weil se
vor dieser Zeit noch nich janz fertig sind.
Erster Junge. Hier is mein Silbersechser mit
Portrait.
Guckk�ftner. Ich bringe Ihnen ein Alaf.
Zweiter Junge. Hier is meine Steuer.
Guckk�ftner. Ich votire Ihnen den Dank des
Vaterlandes.
Zweiter Junge. Ieht et bald los?
        
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