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[Hefte 23-30] 28. Heft: Eine Volks-Jury in Berlin

Full text: [Hefte 23-30]

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gestellt; anderthalb Jahr lang war er aus seiner Lauf-
bahn und seinem Streben gerissen; anderthalb Jahr lang
muhte er au�er Routine, au�er Repertoir, au�er kri-
tischer Besprechung bleiben und Das verlernen und
aufgeben, was er durch Studium und rastlosen Eifer
errungen hatte!! Das war das Recht, welches ihm
die Gesetze gew�hrten; Das war die Gerechtigkeit,
welche die Wissenschaft der Jurisprudenz nach zwei-
tausendj�hriger Speculation f�r diesen Fall heraus-
gekl�gelt hatte! (Tiefe Bewegung.) Wie verh�lt sich
Dem gegen�ber unser nat�rliches Rechtsbewu�tsein?
Es schreit �ber solch ein Unrecht! Vor einer Volks-
Iury h�tte eS niemals stattfinden k�nnen. Sie h�tte
die Unschuld des Kl�gers, welche die Nichter nach
anderthalb Jahren anerkannten, binnen zwei Stunden
erpr�ft; der Direktion auferlegt, den Kl�ger in Amt
und Gage wieder aufzunehmen oder ihm den ganzen
Contract auszuzahlen, in keinem Falle aber Lebens-
gl�ck, Ehre und Ruhm des jungen K�nstlers auf's
Spiel gesetzt! Denn die M�nner des Volkes urthei-
len nicht nur nach den todten, abgelebten, eiskalten
Buchstaben deS Verstandes; in der Richterstube der
Volks-Iury h�ngt kein Herz in Ketten, das immer-
fort blutet!
(Gro�e Aufregung.)
Brille. Ich finde es nicht ganz in der Ordnung,
da� man hier, wo wir eS nur mit der Idee zu thun
haben, specielle F�lle auff�hrt. Das schickt sich nicht!
        
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