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[Hefte 23-30] 28. Heft: Eine Volks-Jury in Berlin

Full text: [Hefte 23-30]

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Brille (besteigt dieTrib�ne). Ich mu� wirklich
gegen diese Art der Verhandlung opponiren. Ich finde
es nicht ganz in der Ordnung, da� hier gelacht und
applaudirt wird. Das erinnert ja an die franz�sische
Deputirtenkammer. Am Ende werden wir auch noch
die Redner gl�ckw�nschend umringen. Das sind Ver-
h�ltnisse, die hier nicht herpassen. Ruhe, Anstand
und ehrenwerthe Scheu vor dem �berschreiten der
Grenzen sind preu�ische Tugenden !(Lohnbediente Kiez o:
Bravo!) Ich trage daher darauf an, da� hier nicht
mehr applaudirt und gelacht werden darf. (DerRedner
verla�t die Trib�ne.)
Bolle (sehr lebhaft applaudirend). Bravo, bravo,
bravo! (Allgemeiner, st�rmischer Applaus; Brillewird
von Gl�ckw�nschenden umringt.)
Hellmuth. Der ehrenwerthe Redner hat von
einer ehrenwerthen Scheu vor dem �berschreiten der
Grenzen als von einer preu�ischen Tugend gesprochen.
Ich erwidere darauf nur durch Erinnerung an eine
Zeit, in welcher Preu�en in feiner hellleuchtenoften
Tugend war, als es Grenzen �berschritt. Als aber
die Grenzen unseres Vaterlandes wieder weit waren,
wurden es auch unsre Herzen, und f�r diese wurden
die Grenzen so eng gezogen, da� die besten Herzen
sie gewi� alle �berschritten haben. Der Geist hat
�brigens keine Grenze; er ist eben darum Geist, weil
er grenzenlos ist. Auch der B�rger Brille hat elnen
grenzenlosen Geist. (Helles Gelachter.)
        
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