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[Hefte 23-30] 28. Heft: Eine Volks-Jury in Berlin

Full text: [Hefte 23-30]

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iS ja eben unser nat�rliches Recht, de� wenn die an-
dern St�nde sch�ndlich sind, de� wir wenigstens
eeklich werden derfen. � Aber nanu wieder ernst:
B�rjer Frischer, der pr�chtigste Mensch, den ich kenne,
steigt uf de Kanzel.
(Frischer wirdmit allgemeinem Apvlaus begr��t.)
Frischer (auf der Tn'bune). Meine lieben Men-
schenbr�der und B�rger! Wo ist Recht und Gerech-
tigkeit? Bei Gott! Bei Gott, sie sind nur bei Gott!
ES giebt gerechte K�nige, gerechte Minister, gerechte
Richter, aber das Volk hat kein Recht, obwohl das
Volk immer Recht hat, da seine Stimme Gottes
Stimme ist. Wie die schone einfache christliche Lehre
durch die Theologie zerrissen ist, so das einfache und
nat�rliche Recht durch die Jurisprudenz. Ich bin
Reaction�r, denn ich will aus unseren verschrobenen
Zust�nden und unsrer �berladenen und verderblichen
Gelehrsamkeit zur Natur zur�ck, zu dieser weisesten
und einzigen Gesetzgeberin. Die heilige Iustitia, sagt
der Staatsanwalt v. Kirchmann, ist noch heut Ge-
genstand des Spottes im Volke, und mit Recht.
Sie hat eine Binde um den Kopf und sieht und h�rt
nicht. Ich habe alle Achtung vor den M�nnern
dieser Wissenschaft, aber nicht vor ihr. Was ist
eine Wissenschaft, die ohne Einflu� auf das wirkliche
Leben und lebendige Wirken der Nationen bleibt?
Was ist eine Wissenschaft, die keinen Augenblick sicher
ist, da� DaS, was sie in Jahrhunderten mit uns�g-
        
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