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[Hefte 23-30] 23. Heft: Antigone in Berlin

Full text: [Hefte 23-30]

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den K�nig Polyp ab, der ihn jeistreicher Weise
wejen seiner jeschwollenen Beene Schwellfu� nen-
nen l��t, was uf Iriechsch Oedip hee�t. Un nu
nachher wird des Aliens wirklich so, wie des
Orakel jesagt hat, un die �ntijone is die allste
Dochter von den K�nig mit de jeschwollene Beene.
Schlosser. Ach! Pfui!
Buchbinder. Ja, ick wee� ooch nich, wie
man Eenen mit jeschwollene Beene zum Helden
mehrerer Trauerspiele machen kann.
Klempner. Un des Ianze is doch augen-
scheinlich blos 'ne Fabel, un noch dazu eene, die
nich de Spur poetisch is.
Buchbinder. Ja, aber des Schicksal, des
Schicksal, des jro�e jriechsche Schicksal oder der
jro�e jriechsche Bedrug, der hier so m�chtig spielt!
Ihr seid ja blos ordinaire Deutsche mit ordinaire
Menschenjesichter un k�nnt nich antik denken.
Schlosser. Was hee�t des: antik denken?
Buchbinder. Des hee�t: Ihr m��t allejriechsche Trauerspiele f�rchterlich langweilig un
abgeschmackt finden, wenn Ihr nich accurat so
denken k�nnt, wie die Iriechen jedacht haben.
Schlosser. Na, kann denn des een Mensch?
Buchbinder. Iott bewahre !Wer sich des
einbildt, t�uscht sich �u�erst, un es bildt sich
ooch fast Heener ein.
        
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