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[Hefte 23-30] 26. Heft: Verein der Habenichtse für sittliche Bildung der höhern Stände

Full text: [Hefte 23-30]

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am Herzen, sie w�rden bald auf den rechten Weg
gelangen.
Ja, die meisten unsrer Schriftsteller find Leute,
und nun komme ich auf diese Leute. Ich willihnen
ihre vornehme Maske abrei�en und fie �ber ihre Ent-
deckung erbleichen lassen. Was haben Sie denn vor-
aus? Geld. Pfui, da� sie 'S allein haben! Wis-
sen? Was wissen Sie denn? Lauter erb�rmliches
St�ckwerk, nicht werth, den Ku� eines M�dchens, ein
Olas Wein daf�r umzutauschen. Nicht f�hig, einen
Menschen damit gl�cklich zu machen und einen andern
Zweck der Wissenschaft kenne ich nicht. Wissen ha-
ben Sie? Pfui, da� sie 's allein haben. Nun,
womit prahlen Sie denn noch? MitihrerTugend, mit
ihrer Titte doch nicht etwa? Ich will nicht hoffen,
da� fie 's ernstlich mit ihrer sittlichen Hebung der
Lrmern Klaffen, mit ihren frommen Mienen um die
BolkS-Veredlung meinen! Sind fie so arbeitsam wie
das Volk, find sie so offen, so schlicht, so enthusia-
stisch, so treu, so gewissenhaft, so wohlth�tig, so un-
eigenn�tzig wie das Volk? Ein armer Arbeiter, des-
sen Verm�gen auS de� Vorschu� besteht, den er bei
seinem tyrannischen Werkherrn abzuarbeiten hat: wie
viel schenkt er dem Vettler, wenn er ihm einen Pfen-
nig oder ein St�ck Nrod gibt? Mehr als der Mil-
lionair, der seine Milliong�be, denn jener Pfennig
des Armen war noch kein Vefiz. Das Volk benutzt
auch noch die goldne, poestereiche Sprache dazu, seinen
        
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