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[Hefte 23-30] 26. Heft: Verein der Habenichtse für sittliche Bildung der höhern Stände

Full text: [Hefte 23-30]

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geschehen ist und geschehen mag, und wie es die ein-
f�ltigen Zeitungen auch betiteln: es geschah daf�r
und geschieht dagegen. Unsere Zeitungen, selbst die
sogenannten liberalen, deren Liberalismus die Katze
auf dem Schwanz forttr�gt, schreiben fast alle noch
mit dem G�nsekiel der alten Welt, nicht mit der
Stahlfeder der neuen. Das einf�ltigste Zeug ist
ihnen wichtig, das Wichtige unbedeutend. F�r die
Menschheit versteht fast �einer der Politiker zu
schreiben, Alle schreiben f�r das Publikum. Das
ist ein Unterschied wie zwischen uns und den An-
dern, den Leuten. Das �Publikum" ist ein ge-
wisser Kreis mit einer gewissen oder Ungewissen Bil-
dung, der sein gewohntes Futter verlangt; die
Menschheit aber sind Alle, und wer f�r die Mensch-
heit schreibt, mu� auch f�r die schreiben, die
noch nicht geboren sind. Versteht Ihr mich wohl?
Ja, Ihr versteht mich, denn Ihr habt auch Herz,
aber die vornehmen Publicisten haben blos Kopf, und
dieser ist oft so klein, da� man ihn mit elnem bunten
Lappen zudecken kann. Sie treiben Alle Politik:
sie raffiniren die Geschichte und die Wahrheit) ihre
ganze Welt find ein paar Regierungen und ein
paar unter den Leuten ber�hmte M�nner, und die
ganze Menschheit mit ihrer Kraft und ihrem Elend
liefert ihnm nur die Lumpen, aus Welchen sie Pa-
pier zu ihrer Politik machenl Hitten Sie dies ver-
dammte Wort nicht im Kopfe, sondem �unsre Nett"
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