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[Hefte 23-30] 26. Heft: Verein der Habenichtse für sittliche Bildung der höhern Stände

Full text: [Hefte 23-30]

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keinen Athemzug thun, ohne eine Menge Politik mit
herunterzuschlucken. Versteht Ihr nun, warum ich
unsre Welt sagte? Weil wir die Politik nicht mehr
als etwas Fremdartiges, Fernliegendes, sondern als
unser n�chstes, gr��tes, heiligstes Interesse betrachten
sollen; weil wir doch genug! Wer mich noch
nicht verstanden hat, der reife nach der Tyrannei
Ehlna und melde sich als guter Unterthan. Dumm
genug ist er dazu. (Allgemeiner Applaus.)
Druff. Ick melde mir nich.
Frischer. Also, meine Mitmenschen, wir spre-
chen hier, was wir wollen, ohne von Politik zu spre-
chen; wir reden �ber unsre Welt, wie wir �ber unser
Haus sprechen. Unser n�chstes HauS ist Europa
und unfre �rbeitS- und Schlaf-Stube Deutschland.
Alle andre Welt spiegelt sich auch darin ab. Wir
finden in unfern Poeten, Volksrednern und andern
Geistern viel von der Naturkraft der uncivilisirten
Welttheile; wir brauchen nicht lange zu suchen, um
den starren Stillftands-Eigensinn Asiens mit-
ten unter uns zu bemerken; die Jugend Amerika'S
schaut schon aus der Alterschw�che Europas hervor,
und waS den sechsten Welttheil, den Himmel, be-
trifft, so blickt derselbe selbst durch die tr�ben Fen-
sterscheiben der Betmauern, durch die Gedanken der
Dichter, durch die Gebilde der K�nstler, aus den
Reden der Volksmanner, aus jedem Kampfe um
Freiheit, aus den Augen unsrer lieben und sch�nen
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