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[Hefte 23-30] 26. Heft: Verein der Habenichtse für sittliche Bildung der höhern Stände

Full text: [Hefte 23-30]

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Iefundheit is mir lieber. Ick willlieber en janz je-
sunder Junge sind, als so 'n kranker Schmachtlappen.
Un worum sollten wir Volk ooch nich jesund sind?
Den Magen haben wir uns nich verdorben, davor
is von de Vornehmen jesorgt, un den Kopp haben
wir uns erst recht nich verdorben, weil wirnich so ville
B�cher verschlingen wie sie, un weil wir, wenn wir
uf Ieist Apptit haben, einfache Nahrung zu uns
nehmen, un nich des gemanschte Zeug, was se alle-
weile . na, was se alleweile
Frischer (lachend). H�here Literatur!
Iesicke h�here Literatur nennen. Sch�n
Dank! Wenn nun aber der Kopp un der Magen
verdorben is, so is es des Herz ooch, un darum find
ooch die Sitten von de Vornehmen so krank, de� sie
unsrer Heilung bed�rfen. (Steigt herunter.)
Druff. Ick habe jetzt schon einen Ieheimerath,
den ick sittlich zu heben suche.
Schweren oth. Un ick unterrichte meine Kin-
der immer darin, de� sie vor jeden Armen die M�tze
abnehmen m�ssen. Seht mal, sag' ich, da f�hrt so
Eener, der lauter Kuchen un Wein fri�t, un nischt
dhut, un hier jeht ein w�rdiger Mensch, der so viel
arbeitt, wie euer Vater: die M�tze 'runter!
Drohse. Neulich war't schon in de dritte Woche,
de� ich keene Arbeet jefunden hatte. Mein Ield war
l�ngst alle, ick wu�te nich mehr, wovon ick leben
sollte. Da f�llt mir in, de� ich Mitmensch bin un
        
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