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[Hefte 23-30] 26. Heft: Verein der Habenichtse für sittliche Bildung der höhern Stände

Full text: [Hefte 23-30]

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Fr�hling spazieren jejangen bin, denn is mir det
immer so jewesen, als ob ick Entroe bezahlt h�tte un
mir Dts 'ne Weile mit ansehen d�rfte, un da bin ick
nie so verjn�jt jewesen, wie alleweile, un habe man
immer jemacht, det ick aus den fremden Fr�hling
'raus nach de Danzkneipe komme, wo ick unter
Meinesgleichen bin un mir nich zu geniren habe.
Aber, nanu wee� ick, de� ich �berall unter meines
Ileichen bin, un de� die Lerche ooch vor mir in de
Luft danzt, un die V�gel vor mir Musik machen, un
die Veeme sich vor mir mit Vl�then schm�cken: nu
bin ick viel lieber da, wo Iott is, als in de Danz-
kneipe. Ja, un wenn ick nu mal danze, denn
danz' ick wie 'n K�nig un bin so verjn�gt wie 'n
Maik�'ber, ohne mir zu bedrinken un mit meine juten
Freunde zu pr�jeln. Na, un nu ich Mensch jeworden
bin un stolzer, nu Hab' ich mir erst die Vornehmen
recht in de N�he besehen un jefunden, de� die janze
Iefchichte mit de Vornehmheit Essig is, 'ne pure
Kom�dienspielerei, wo 't hinter de Coulissen erb�rm-
lich aussteht. Mir kommt jetzt jeder Vornehme so
vor, als ob er uf de Stirne en Etikett h�tte, wo
druf steht: Man so dhun! Un was nu des Wis-
sen betrifft, was uns fr�her vor de Vornehmen so
scheu machte, so halt ick mir an den Docter, wollt' ick
sagen: an unsern Mitmenschen Frischer. Der sagt: sie
leisten vor de Welt-Iesellschaft die kranke Bil-
dung un wir den jesunden Verstand. � Un
        
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