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[Hefte 23-30] 25. Heft: Eine Werkstatt

Full text: [Hefte 23-30]

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Ein armeS Kind (von ungef�hr sechs Jahren,
halb nackt, vor K�lte zitternd, weinend). Ach, schenken
Sie mir en bischen Brod! Ich habe nichts zu e�en,
un mir friert so, ach!
Meister. O mein Iott, mein Iott! (Er legt
sein Butterbrod auf den Teller, und f�hrt das Kind nach
dem Ofen.) Komm' hierher, armes Wurm, w�rme
Dir! So, soo! Haste denn keene Eltern?
Das arme Kind. Ja, mein Vater sitzt; er
hat beim B�cker en paar Brodte stehlen wollen, weil
wir Alle seit zwee Dagen nischt jejessen hatten,
(faltet dieH�ndchen) Ach, en bischen Brod, mir hun-
gert so f�rchterlich!
Meister. Fritze, jib mein Butterbrod her, un
jeh' raus nach de K�che un la� noch eens schmieren!
(zum Kinde) Wo wohnt Ihr denn, W�rmeken; wat
macht denn Deine Mutter?
Das arme Kind (das Brod verschlingend). Wir
wohnen Alle in 'n Keller vor's Hamburjer Dhor,
meine Br�der un meine Schwestern ooch. Mutter
ligt schon seit drei Wochen an de Erde un is krank.
Sie soll in en Bette kommen, aber wir haben teens;
die zwee Br�der von mir ooch nich, die sind ooch
krank. Un nu frieren se so schrecklich, weil ich un
meine Schwestern allens Zeug anhaben, was da is,
weil wir betteln gehn m��en.
        
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