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[Hefte 15-22] Der Norddeutsche Poet

Full text: [Hefte 15-22]

Napoleonshymnen ic.) auszubeuten, zu Balladen und
Romanzen zu zerschneiden, diese Einseitigkeiten find auf-
gehoben: wir haben die nobelste Freiheitsidee in der
Form des tiefsten poetischen Gem�thes. Nur das dritte
Element fehlte: der wahrhaft volksth�mliche
Geist, nicht die scheinbare Popularit�t durch k�derlich-
keit der Sprache, durch mattes Reimen der Anecdoten
und Witzwendungen, oder, um das Lied einer bekannten
Melodie unterzulegen, Einzw�ngung des Gedankens in
eine ihm heterogene Form, sondern die Urspr�nglichkeit
der Empfindung, der Genius der Wahrheit. Ohne ihn
gleicht das Gedicht einer vor�bereilenden Gestalt, mit
ihm wird es Fleisch und Blut. Und diesen wahrhaft
volkst�mlichen Geist athmen die Lieder des norddeut-
schen Poeten, das neue Volksbuch derFreiheit. Sie sind
von h�chster Bedeutung, sie zeigen, wiedieIdee, wie das
Wort des Dichters, wie der Klang Freiheit eine Macht
geworden. Denn was ein Gelehrter ersonnen, was eine
Dichterbrust geseufzt und geweint, das Alles kann ver-
loren gehen, hinabst�rzen in den Orkus der Vergessen-
heit; was aber das Volkbewegt, was ein Volk empfun-
den, was die Menschheit begriffen, erfa�t, gef�hlt, was
auf Landstra�en und beim Becher gesprochen und ge-
sungen wird,das geht nicht verloren, das ist eine Parole
des Himmels zum siegenden Sturmschritt gegen die
Festen der H�lle, der Finsterni� und Knechtschaft. Der
unbekannte Verfasser der Lieder eines norddeutschen
Poeten ist unser deutsche Beranger. Nirgend, so leicht
seine Muse sich auch schwingt, ist er bankels�ngerisch,
trivial;wo er gei�elt, sind seine Pointen, denen immer
noch eine tiefere zum Grunde liegt
�
wodurch sich
seine Lieder vor Allem auszeichnen, was bis-
        
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