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[Hefte 15-22] 15. Heft: Ein Sonntag in Tempelhof

Full text: [Hefte 15-22]

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nenSie gescheidtcrmaa�en gegen mich einwenden? Er-
stens bin ich; ich bin ein f�r sich bestehende�, abge-
rundetes Dasein, und Jeder der ist, bat ein Recht zu
fein, sonst w�re er nicht erschaffen. Da� ich also bin,
wie ich bin, ist in der Ordnung. Nun konnten Sie
allerdings fragen, ob ich die Anspr�che erf�lle, welche
die Welt an mich macht. Gut! Was kann die Welt
f�r Anspr�che an einen Friseur machen? Soll ein
Friseur etwa ein Napoleon, oder ein Schiller, ein G�the,
eine Virchpfeiffer oder eine Heine sein? Nein! Ein
Friseur soll ein Friseur sein, und das bin ich, und
folglich erf�lle ich die Anspr�che, welche die Welt an
mich macht. Nun konnten Sie allerdings fragen,
warum ich grade Ihre Tochter liebe, und warum Ihre
Tochter grade mich liebt. Das k�nnten Sie allerdings
fragen, aber Sie w�rden nie eine Antwort darauf be-
kommen. Ebenso gut k�nnten Sie fragen, warum es
heute regnet und warum morgen die Sonne scheint.
Das ist Sache des Himmels, das geht uns dumme
Menschen nichts an. Nun aber kommt ein schlimmer
Punkt. Sie sind Vater: folglich Besitzer, Eigenth�mer
dieser Tochter, und �ber ein Gigenthum darf man schal-
ten, wie man will. Gut! Aber ich frage: zu welcher
Klaffe von Eigenthum gebort diese Tochter? Unstreitig
zu den Schmucksachen. Denn erstens ist sie schmuck,
zweitens hat Ihnen dies Eigenthum viel Geld gekostet,
drittens fri�t eS immerfort Zinsen und viertens ist eS
bis jetzt nur da, umIhrer Eitelkeit zu schmeicheln. Ich
frage Sie also: wollen Sie mir diesen Schmuck, dieses
        
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