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[Hefte 7-14] 8. Heft: Die Schnapsläden

Full text: [Hefte 7-14]

7untergekommenen Genies sind fr�her Schriftsteller,
Schauspieler, Musiker oder Maler gewesen; haben
von jeher die Schnapsboutiquen allen besseren Si-
tuationen vorgezogen, sind endlich aus der mensch-
lichen Gesellschaft versto�en, und ergreifen nun jedes
Mittel, ihr Danaidenfa� zu f�llen. Sie erbetteln
sich von einem Studenten alte, abgetragene Schn�r-
ricke, von fr�heren College� Beinkleider, W�sche
und H�te, und wie sie nun �u�erlich mit erborg-
ten und erbettelten Fetzen prangen, so thun sie's
auch geistig in diesen Gesellschaften, die letzten, in
welchen sie geduldet werden. Ihre Seele ist ein Chaos
aller Gemeinheit, aller Scheu�lichkeit, aber so �ber-
t�ncht von falscher Gem�chlichkeit und Galanterie,
da� sie den gew�hnlichen, geistlosen Menschen ein-
nehmend, interessant erscheinen ; oft hoffnungs-
volle junge Leute in ihren Schlamm hineinziehen
und so lange physisch und geistig pl�ndem, bis sie
ihres Gleichen geworden. Auf diese moralische Mir-
derbrut sollte unsere Polizei ein wachsames Auge ha-
ben, aber die wachsamen Augen werden jetzt zu sehr
angestrengt, � man anatomirt die gr��ten �^einig-
teiten mit scharfen Brillen, und �berschaut Riesen
und Berge.
        
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