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[Hefte 7-14] 8. Heft: Die Schnapsläden

Full text: [Hefte 7-14]

4Die Rohheit und Gemeinheit des Berliner
P�bels hat der Branntwein hervorgebracht; er er-
schlafft den Geist, stumpft ihn f�r alles Edle und
Sch�ne ab, macht tr�ge und gleichg�ltig, und fri�t
alle Bl�the aus dem Menschen. Berlin w�re Athen,
wenn der Branntwein nicht existirte. Die Kinder
der untern VolkSklasse werden schon vergiftet, bevor
sie denken lernen; sie halten Jeden f�r ihren Va-
ter, dem sie Schnaps holen m�ssen, und die J�ng-
linge treten nicht eher in die menschliche Gesellschaft/
als bis sie sich im Rinnstein gew�lzt haben. So
w�chst das Laster auf, rei�t allen geistigen Schmuck
vom Menschen herunter, zieht andere kaster nach
sich, macht ungl�ckliche Ehen, Sittenverderbni� im
h�chsten Grade!
Die Regierung sollte
�
und wirb vielleicht
�
alle
Mittel ergreifen, diesem Uebel zu steuern, statt dessen
�ffnen sich t�glich neue Lasterfabriten, eine brillanter
und lockender als die andere; der Genu� des Brannt-
weins vermehrt sich immer mehr, je gr��er die Armuth
wird, und die Armuth wird immer gr��er inBer-
lin. So sieht man Rohheit, Gemeinheit, Nichts-
w�rdigkeit und geistige Erschlaffung von Tag zu
Tag zunehmen, Verbrechen h�uft sich aus Verbre-
chen, und zuletzt kann ein Voll nur durch Ketten
geheilt werben, das auf einer hohen geistigen Stufe
stehen k�nnte. Doch
�
was geschieht nicht Alles
        
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