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[Hefte 7-14] 14. Heft: Franz Liszt in Berlin

Full text: [Hefte 7-14]

40 werden, wenn das nicht rührend ist! Talent und Geist, und eine Auszeichnung wie einem König! und eine größere, denn hier kam das Meiste auS ächter Vereh- rung. Wenn sie jetzt nur nicht stehen bleiben, und kein Katzenjammer documentirt, daß es ein Rausch war! Wenn sie nur auch die höhere Verehrung den bedeu- tungsvolleren Künsten, den Helden deS Geistes werden lassen: dann wohlunS! (Sich umschauend.) Da fährt erhin, in lautem, öffentlichem, jubelndem Triumphe, und hat doch nur Klavier gespielt und seinen Ueberstuß edel mit den Armen getheilt! Ist es nicht schön, daß das Talent die Kraft hat, die Politik, die wichtigsten Sor- gen deS Landes, seine unruhige Gegenwart und seine dunkle Zukunft vergessen zu machen! (Miteinem Blick gen Himmel.) Es ist etwaS Hohes um die Kunst!(DenHut abnehmend.) Dank Dir, erhabener Gott! Sie soll uns retten. (Nimmt den Arm des Freundes.) Kommt, Freund, kommt hier die Linden hinunter! Ich will zu Spargnapani und die hannovrische Zeitung lesen: Abwechslung ergötzt! DerMensch ist Geist und Fleisch; ich willFleisch sein; ich willdie hannovrische Zeitung lesen! Wenn ich einst am jüngsten Tage von dem Rich- ter unser Aller um meine Sünden gefragt werde, so will ich antworten: Herr, verzeih' mir, ich habe die hannbvrische Zeitung gelesen! (Sich noch einmal umbli- ckend.) Leb' wohl, Piano und Forte dieser Tage! (DieHände ausbrettend.) Berlin, Dein Jubel und Deine Narrheiten seien Dir vergeben! Besser solcher Jubel als ein anderer; besser solche Narrheiten als andere! Druck vonBernh. Tauchnih jun.
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