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[Hefte 7-14] 14. Heft: Franz Liszt in Berlin

Full text: [Hefte 7-14]

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Seelen-Reichthum sind alle Sph�ren zu beschr�nkt.
Wie Ihre Haare, die dunklen, neben der riefigen Stirn
hinunterfallen, gleichsam die sch�nen wildenGespenster
oder Geister, welche jenen Sitz Ihres unerme�lichen
Geistes umflattern und sich vergebens wieder zur�ck-
sehnen nach ihrem Geburtsorte! Und spielen diese
romantisch-dunklen, die tiefste Seelentiese durchw�h-
lenden Augen, spielen sie nicht selbst Fortepiano wie
Du, wollt' ich sagen, wie Sie? (Pl�tzlich heftig.) Aber
warum hat man Ihre H�nde nicht mitgemalt? (Mit
r�hrendem Schmerze.) Warum hat man Ihre H�nde
nicht mitgemalt? Diese AlleS begreifenden, Alles
umfassenden H�nde, die, �ber den Taften schwebend,
die ganze Welt des Geistes in unsere Herzen t�nen
lassen? (Sie stellt das Bildauf den Divan, kniet nieder
und umfa�t es.) Franz Liszt, Sie find der erhabenste
K�nstler, der je auf Erden wandelte! Sehen Sie
mich gef�lligst im Staube vor Ihnen! (MitEnthusias-
mus.) Franz
�
Liszt! (Wieerschrocken.) Und nur:
Franz Liszt? Nur Wohlgeboren?? Du nicht adlich?
Du nicht das kleinste Von zwischen Dir? Sie nicht
wenigsten� Baron, Graf, F�rst? Sie, der K�nig,
der Kaistr imReiche des Genius, ohne ein paar lum-
pige Ahnen?? O, es ist eine schn�de, ungerechte
Welt! (Nach einer kleinen Pause.) Halt! mir kommt ein
gro�er Gedanke. Ja, Geliebter, Angebeteter! ich
schenke Dir meine 36 Ahnen! (Aufstehend, mitPathos,)
        
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