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[Hefte 7-14] 13. Heft: Komische Scenen und Gespräche

Full text: [Hefte 7-14]

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Cerf verdient allen Dank der Gebildeten, da� er
uns durch dieHerbeif�hrung solcher italienischen Oper
an die seinige gew�hnen will. Ob indessen sein Ha�
gegen Italien, der sich auch in der Scenirung be-
kundet, nicht etwas zu weit getrieben, m�chte ich
nicht behaupten. Denn offenbar ist es doch Absicht,
ist es doch Tendenz, da� neulich in der Norma die
alten Gallier mit englischen Helmen und alt-
deutschen Wassenrocken erschienen, die Priestc-
rinnen fast alle Locken trugen, und Norma ihr
Schlafgemach im modernsten Geschmacke meu-
blirt hatte, wenn man auch den Gegenst�nden ansah,
da� die beiden nat�rlichen Kinder der Priesterin und
des Herrn R�mers Severus nicht eben die reinlich-
sten sind. Sollte es nicht auch Satyre gegen des
Deutschen Weither sein, da� der heilige Hain eine
anmuthige Felscngcgend mit einem chinesischen
Lusthau schen war? Und auch heute empfand ich
lebhaft, da� die Direction durch die Aufstellung des
N�rnberger Nathhauses mit Brunnen und
Schilderhaus auf dem Syracuser Marktplatze,
dessen hohe S�uleng�nge lind Tempel des Jupiter
Olympius verachtend, und durch Verwandlung der
Troph�en in den russischen Doppeladler, in
den braunschweiger L�wen und den mecklen-
burgischen Stier nur einen tiefen Ha� gegen
Italien aussprechen wollte.
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