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[Hefte 7-14] 12. Heft: Unterhaltungen

Full text: [Hefte 7-14]

9Hypersromme Vereine, Pietismus, Heuchelei
und religi�se Unterhaltungen dieser Art haben wir in
den untersten Volksklassen in Menge, doch verirrt
sich auch die Theilnahme sehr hoch hinauf. Es ist
erkl�rlich, da� sich in einer Stadt, in welcher die
sch�rfste Verstandesrichtung vorherrschend, solche Ge-
gens�tze bilden, und eben so erkl�rlich, da� sie in derjetzigen Zeit nicht gen�gend unterdr�ckt werden, obschon
unser K�nig ganz gegen dergleichen Cliquen-Fr�mmig-
keit ist, und dies durch Wort und That bewiesen hat.
Vor Scenen solcher Art � die niemals wahr-
haft komisch sind, weil die nichtsw�rdigste Seite des
menschlichen Charakters sich h�ufig in ihnen entfal-
tet
�
erlasse man mir die Schilderung. Einmal
kann ich meinen Ekel dagegen nicht �berwinden, und
zweitens mu� es in der civilisirten Welt Gesetz blei-
ben, das zum Grunde liegende Motiv solcher Vereine
in popul�ren Schriften als unantastbare Heiligkeit gel-
ten zu lassen.
In den Tabagieen trinkt der Berliner seine Fla-
sche Weisbier, sein Schn�pschen, spielt Karten, Bil-
lard, Puff oder Tokkadille, und raucht dazu gem�th-
lich seine Pfeife Taback. Am h�usigsten aber poli-
tisirt er, verliert sich in geistigen Spekulationen und
rei�t Witze �ber die neuesten Erscheinungen und Be-
gebenheiten. Liest er zu Hause, so greift er Mor-
gens nach der Zeitung, Abends nach Romanen und
dem sogenannten Intelligenzblatt, und alle Sonn-
abende nach dem Spreebeobachter, in welchem ihn
        
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