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[Hefte 7-14] 11. Heft: Strassenbilder

Full text: [Hefte 7-14]

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begangnisse stattfinden, und verdienen sich ein paar
Groschen mit dem Oeffnen der Kutschen, springen
hinten hinauf und versehen die Gesch�fte der Be-
dienten. Zwei blau equipirte Beamte, von der Re-
gierung Armenw�chter, vom Volke Bettelvoigte ge-
nannt, schleichen umher, und suchen Das zu verhin-
dern, was die ncthwendige Folge der menschlichen
Raub- und Herrschsucht ist: ein armer Handwerks-
bursche der sich ein paar Groschen zur Weiterreise
erbetteln wollte, wird gepackt und nach der Stadt-
voigtei gebracht, eine f�rstliche Equipage f�hrt mit
raschen strohenden Pferden und goldgezietten Bedien-
den vor�ber. Die Torfweiber tragen aus jenem
Schiffe das schwarze Brennmaterial auf die Stra�e,
rei�en Zoten, schimpfen und pr�geln sich, der Brief-
tr�ger springt mit tausend Hoffnungen, Pl�nen und
W�nschen Treppe auf, Treppe ab, auf der Br�cke
aber steht ein Ungl�cklicher und sieht hinunter in die
dunkle Spree, welche vielleicht schon morgen �ber
seinem Leichnam hinwegfluthet. Die Exporteure der
Journale werfen ihre letzten Bl�tter in die L�den,
ein magerer Censor schleicht gekr�mmt und mit Or-
den geschm�ckt an den H�usern vorbei, ein Verbrecher
gegen die Menschheit, wahrscheinlich ein Dieb, wird
von einem Gensd'armen gefa�t, und ein erz�mter
Meister giebt seinem Lehrburschen eine gewichtige Maul-
schelle und ruft: �Dir wird der Deibel schon holen!"
Es ist Abend geworden;die Theater sind gef�llt
oder leer; in den Restaurationen klappern die Bit-
        
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