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[Hefte 7-14] 11. Heft: Strassenbilder

Full text: [Hefte 7-14]

6Uebrigens zerf�llt Berlin'S Physiognomie in zwei
Seiten, in eine vomehme und sorgliche; nur die
Friedrichsstadt ist vollkommen aristokratisch, die ande-
ren Stadttheile sind weniger durch breite Stra�en
und prachtvolle H�user geschm�ckt, sondern sind leben-
diger durch Handel und Wandel und tragen im Gan-
zen mehr den Ausdruck des B�rgerlichen. Aber cha-
rakteristische Eigenth�mlichkeiten sto�en dem Fremden
in jeder Stra�e auf, �berall sieht man die hervor-
stechende geistige Richtung der Bewohner, und wer
nicht an allen Ecken und Enden nur die Schildwa�
chen, Gensd'armen, Theaterzettel und polizeilichen Be-
kanntmachungen bemerkt, sondem tiefer in das Le-
ben und Treiben der Spreebewohner blickt, der wird
trotz Staub und Sand einen Saamen f�r weltge-
schichtlich
-
gro�e und schine Thaten erkennen.
Nun aber zeige ich Euch die Stereotyp
-
Bilder
der Stra�e und lasse ihr Volksleben deutlicher her-
vortreten. Ich bin Gott, wecke die Sonne in ihrem
stosenbette, und gebiete ihr, den ersten morgendlichen
Strahl �ber das tr�umende Berlin zu werfen, nach
und nach heraufzuziehm an seinem Horizonte, ma-jest�tisch zu gl�nzen und dann wieder langsam hin-
abzusinken in das purpurne Bette des Westens.
Es ist vier Uhr Morgens: der alte pelzeinge-
h�llte Nachtw�chter pfeift die Nacht aus und �ber-
l��t den Tag sich selbst und feinen Launen; die Wasch-
frauen kommen mit ihren Latemen; die Gaobeam-
ten mit ihren Leitern l�schen das k�nstliche Licht und
        
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