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[Hefte 7-14] 10. Heft: Moabit

Full text: [Hefte 7-14]

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Ihnen folgen sechs Kranz-Jungfern, mit schneewei�en,
zerknitterten Kleidern und rothen B�ndern, sechs
lachende, hochbusige, kurzklciderige Kranz-Jung-
fern, von denen sich keine Einzige so stolz wie dasjunge Ehepaar in ihrer Verkleidung f�hlt, denn was
sie hier scheinen, das sind sie lange gewesen. Nun
kommen, ernsten Antlitzes, sechs Musikanten mit
H�rnern, Trompeten und Clarinetten, und hinterher
mit Blumen und bunten Fahnen Bauern und B�ue-
rinnen, deren Kleider wohl die schlechtesten aus der
Masken-Leihanstalt des �goldenen Filzes" amSpittel-
markte sein m�gen, deren Inneres aber so kultivirt
ist, da� sie sich in dieser H�lle vollkommen charakte-
ristisch benehmen. Von der lauten Unterhaltung,
welche von diesen lustigen Nomaden und Nom�dchen
bis zum bestimmten Wirthshause gef�hrt wird, darf
ich dem Leser keine Probe mittheilen ) so viel aber
darf ich ihm vertrauen, da� sich dieselbe weniger um
g�ttliche als um menschliche Dinge dreht, weniger,
sage ich, denn es ist nicht zu leugnen, da� in Allem,
was auf daS Werden des Menschen bez�glich, uns
der Gottesgeist eben so nahe tritt, wie unter der
Kanzel oder am Grabe.
Der Gastwirth kommt aus seinem Hause und
empf�ngt die Caravane, welche einen Kreis gebildet
hat; von allen Ecken und Enden str�men Leute her-
bei und umschlie�en sie, und sobald ein gem�thliches
Lied unter mannigfachen Dissonanzen zu Ende gekom-
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