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[Hefte 7-14] 10. Heft: Moabit

Full text: [Hefte 7-14]

4auf dem Hausstur wartet, und meldet dann der Herr-
schaft, da� sie bereit sei, die Knechtschaft zu verlassen
und einige Stunden sich selbst und ihren Neigungen
zu leben. Es wird ihr noch eingesch�rft, da� sie
nicht sp�ter als bis zehn Uhr bleiben d�rfe, und nun
ergreift sie mit Ungest�m den Arm ihres Kriegers,
oder eilt im stolzen Bewu�tsein ihrer Wiener Locken,
ihres sch�nen kattunenen Kleides und ihrer buntge-
b�ndenen Haube dem Thore zu, an welchem der
Liebste schon wartet, und aus der kurzen Pfeife viel
st�rkere Wolken dampft, wenn er seine Geliebte, ihre
Arme wie die Gans ihre Fl�gel gebrauchend, daher-
eilen steht.
Schneidergesellen und Schustergesellen, Zinngie�er
und Schlosser, B�rstenbinder und Leineweber, Rasch-
macher und T�pfer, Korbmacher und H�kerinnen,
Stiefelputzer und Hausknechte, kurz Alles, was Beine
zum Laufen und Groschen zum Saufen hat, wandelt
hinaus aus dem Wasser-, Potsdamer- oder Vranden-
burger-Thore, Viele den Landweg einschlagend, der
zwar beschwerlich aber sechs Dreier ersparend ist, die
Meisten aber den Zelten im Thiergarten zu, an deren
Ende die Schiffer mit ihren gr�nen Gondeln warten.
�Alleweile! Anjetzt jeht es ab!" schreien diese am
Ufer der Spree durcheinander; ein Junge, barfu�,
mit zerl�cherten Hosen und plundriger Jacke ruft:
�Cigarro, meine Herren!" und tr�gt einen gef�llten
Kasten, aus welchem die brennende Lunte herunter-
        
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